VOM ICH ZUM DU – Warum Ehrenamt gegen Leistungsdruck hilft. Mit Julian Lee (Lehrkräftepreis 2026)
Shownotes
Er lässt müde Jugendliche im Unterricht schlafen, bricht bewusst auch mal die Hausordnung – und auch dafür nominierten ihn Ehemalige für den Lehrkräftepreis.
Julian Lee unterrichtet Englisch und Philosophie am Gymnasium Allermöhe in Hamburg – an der Schule, an der er als Abiturient mit Bollerwagen und Grill die Bundesjugendspiele gestürmt hat. Heute baut er mit Schülerinnen und Schülern Bollerwagen für obdachlose Menschen, ist Gesellschafter beim Hamburger Duschbus GoBanyo und hält reines Leistungsdenken für eines der größten Probleme unseres Schulsystems. Warum? Weil das die Schüler zum reinen Objekt der Gesellschaft und des Systems macht! Wir sprechen mit ihm darüber, warum Beziehung vor Stoff kommt, was ein Kind eigentlich will, wenn es „stört“ – und warum der Stoff dabei nicht auf der Strecke bleibt.
In dieser Folge erfährst du:
- wie aus dem Unterrichtsauftrag im Fach Philosophie „Löst die Probleme unserer Gesellschaft“ 30 Bollerwagen für obdachlose Menschen wurden
- warum Julian Störungen nie vor der Klasse klärt, sondern bei einer Runde ums Schulgebäude
- was „Ostereier-Pädagogik“ ist – und warum Klassenregeln in der ersten Stunde nicht funktionieren
- warum seine Klasse die Regel „Schutz vor Bloßstellung“ beschlossen hat
- wie Nacharbeit statt Nachsitzen und ehrliche Warum-Fragen Lernstoff und Berufsorientierung sichern und
- was zwei Ehemalige per Sprachnachricht über ihn sagen – inklusive Mordfall im Englischkurs
„Ich tadle das Verhalten, aber nicht den Menschen.“ – Julian Lee
Zum Ausprobieren im eigenen Unterricht:
- Briefe gegen Einsamkeit: Klasse 5/6 schreibt Briefe an Seniorenresidenzen statt für den Papierkorb
- Krimi-Dinner auf Englisch: Rollenkarten und Beweisstücke als echte Sprechanlässe
- Klassenregeln erst zum Halbjahr – aus den echten Anliegen der Klasse
- Fünfmal „Warum?“ fragen: Berufsorientierung ohne Coaching-Ausbildung
Erwähnt in dieser Folge
- Deutscher Lehrkräftepreis: lehrkraeftepreis.de
- GoBanyo – Duschbus für obdachlose Menschen in Hamburg
- Clubkinder e.V. Hamburg
- FREI DAY und Schule im Aufbruch (Margret Rasfeld)
- Teamphasen nach Tuckman: Forming, Storming, Norming, Performing
- ZDF-heute-Beitrag über Julian und den Bollerwagen
- Unsere Folge mit Konflikttrainer Rudi Rhode
Stimmung retten - PODCAST hören:-)!
Transkript anzeigen
00:00:05: Man schafft den Stoff wesentlich schneller und nachhaltiger und besser, wenn man sich erst mal um die Menschen kümmert.
00:00:12: Und nicht einfach nur stupide den Lernstoff abarbeitet.
00:00:17: Ich sehe das bei vielen Kids dass sie auch aufgrund des Systems sehr viel über Leistung definieren.
00:00:24: Also die haben dann so dysfunktionale Grundsätze im Kopf wie ich bin nur etwas wert wenn ich etwas leiste.
00:00:32: Das ist extrem gefährlich.
00:00:35: der andere Modus.
00:00:37: Also dieses selbstwirksame, dieses geandere Dasein und dann gemeinsam also zum wir etwas zu gestalten.
00:00:44: Wer öffnet eine andere Perspektive, plötzlich ist man etwas wert ohne dass man etwas leistet.
00:00:52: Wenn es immer nur um diese Ich-Sachen geht, ist Unterricht nicht möglich.
00:00:56: Also kein sinnvoller Unbericht!
00:00:58: Und da gibt's viele gute Gründe warum da jemand müder ist... ...und die meisten davon sind nicht böswillig.
00:01:05: dann lass ich sie da gerne schlafen, damit sie dann aufnahmefähig sind.
00:01:09: Auch in den anderen Unterrichtsstunden.
00:01:10: von daher gern geschehen an meine Kolleginnen und Kollegen.
00:01:15: Und plötzlich war das alles völlig egal!
00:01:19: Wenn ich damit mit obdachlosen Menschen zusammen Kaffee trinke oder wieder in die Karten spiele, gebe ich meine Zeit und ihnen hilft es so immens... Der Gedanke, das hat mich wirklich um hundert-achtzig Grad gedreht.
00:01:33: Das ging's nicht mehr nur um Leistung.
00:01:35: Deutschlands ausgezeichnete Lehrkräfte.
00:01:38: Wir wollen wissen, wie ticken Lehrkräften die aus Sicht unserer Schülerinnen und Schülern einfach inspirierend motivierend und begeisternd sind?
00:01:46: Und auf diese Art einfach tolle Vorbilder im Lehrberuf!
00:01:50: Ein Podcast von leerenlieben.de.
00:01:54: Was haben ein Philosophiekurs – einen Bollerwagen unter den ausrangierten Hamburger Linienbus
00:02:00: gemeinsam?!
00:02:02: Okay, bei unserem heutigen Gast hängt das alles zusammen.
00:02:04: Und wie genau das zusammenhängt?
00:02:05: Das kann er uns vielleicht gleich erklären!
00:02:07: Er unterrichtet Englisch und Philosophie am Gymnasium Allermöhle in Hamburg... ...und mit seinen Schülern hat der Bollerwagen überhaupt nach Lose gebaut.
00:02:16: Heute ist der Gesellschaftler beim Duschbus Go Banjo und seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler haben ihn für den deutschen Lehrkräftepreis nominiert.
00:02:26: Wir haben ihn Heute hier und sagen ganz herzlich willkommen bei Deutschlands ausgezeichnete Lehrkräfte, Julian Lee.
00:02:35: Ja moin danke für die Einladung.
00:02:38: Moin Julien schön dass du da bist.
00:02:40: wir freuen uns absolut weil wir haben viel von dir gesehen und man kriegt in den ja wenn man dich googelt usw.
00:02:47: kriegt man sehr viel mit.
00:02:48: du hast einen eigenen Instagram Kanal wirklich wo du Tolle Dinge von dir gibst.
00:02:54: du kann ich das mal auch als Lehrkraft sagen weil es einfach gesellschaftlich sehr dienlich ist.
00:02:59: Und ja, von daher freuen wir uns einfach mit ihr heute locker quatschen zu können an einem Freitagabend mit dem Start ins Wochenende.
00:03:07: und Julien Du unterrichtest am Gymnasium Allermöhe in Hamburg?
00:03:13: Das ist eine Schule an der du selbst warst und Abi gemacht hast!
00:03:17: Wenn du jetzt da als Lehrer arbeitest seit elf Jahren, gibt es einen Ort im Gebäude an dem du früher Ärger bekommen hast und an dem Du heute Aufsicht führst?
00:03:28: Ja.
00:03:31: An ziemlich vielen Stellen.
00:03:35: Ich war ein herausforderndes Kind.
00:03:40: Meine Hauptzimminerleitung würde sagen originell.
00:03:43: ich finde den Begriff auch ganz nett.
00:03:46: Haltensoriginell Ja, und ich glaube ein Ort der ist ein bisschen spezieller.
00:03:54: Das ist bei uns um die Ecke des Sportplatzs.
00:03:59: Den größten Ärger habe ich nämlich damals in der Abi Mottowoche bekommen.
00:04:04: Wir hatten die ganz clever für einen Zeitpunkt gelegt wo auch die Bundesjubenspiele waren Und sind dann mit voller Wagen und lauter Musik und Erfrischungsgetränken.
00:04:16: Und unten im Grill sind wir zum Sportplatz, wo die ganzen Kittys da gerade am Laufen und Springen waren.
00:04:24: Und wir haben uns mitten auf dem Fußballfeld aufgebaut und haben dort gegrillt.
00:04:31: Die Kit angefeuert, sind teilweise mitgelaufen, mitgetränken in der Hand.
00:04:36: Der eine war auch richtig schlau, der ist... ...der ist mit dem Getränk zum Hochsprungen hat immer gezeigt wie das funktioniert, hat auch Das richtig gut gemacht, hat dann aber natürlich das ganze Getränk über die Matte verteilt.
00:04:53: Dann musste ich dann immer denken, als ich sich selbst aufsichtführend durfte bei den Bundesliga spielen.
00:05:04: Alle Lehrkräfte waren wir doch noch sehr wohl besonnen.
00:05:10: Kann mir vorstellen, dass man da genau so innerlich ein bisschen schmunzeln muss wenn man an sich selbst denkt.
00:05:14: Und jetzt muss man dann autoritär sein vielleicht irgendwie oder die Leute maßregelt und das kann ich mir total gut vorstellen.
00:05:23: Julian mit dir heute über Schule sprechen zu können?
00:05:27: Ich meine wir alle drei sind Lehrkräfte ist für uns wirklich... Mega, jetzt grad so zum Wochenendauftakt mal einfach locker zu quatschen und auch zu überlegen warum hast du eigentlich diesen Lehrkräftepreis gewonnen?
00:05:42: Und auch verdient gewonnen.
00:05:43: Da ist ja eine Jury hinter die sich was dabei gedacht hat.
00:05:47: ich nehme nur mal drei Zitate raus vom deutschen Lehrkräftepreis von der Seite.
00:05:52: für mich war Herli der prägenste Lehrer meiner Schulzeit.
00:05:56: er hat mich nicht nur gut auf Klausuren vorbereitet sondern auf das Leben.
00:06:02: Seine Wirkung reicht weit über das Klassenzimmer hinaus.
00:06:06: In die Gesellschaft, in unsere Haltung, in das was wir weiter tragen.
00:06:11: ich bin überzeugt dass er diesen Preis verdient weil er zeigt wie aus Schule Zukunft werden kann.
00:06:19: Und das dritte Zitat, diese Einreichung habe ich gemeinsam mit ehemaligen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden verfasst.
00:06:27: Es ist unser gemeinsamer Dank für all das was er für uns getan hat!
00:06:31: Ich wünsche mir dass diese Anerkennung zurückgeht an jemanden der so viel gegeben hat ohne es je
00:06:38: einzufordern.".
00:06:39: Das fand ich aus dem Portpourri an Kommentaren deiner Schülerinnen drei der prängsten und wir wollen jetzt mal rausfinden julien wie du eigentlich text.
00:06:50: das machen wir ja immer hier im podcast.
00:06:51: gleich eine frage alex wenn die schüler sagen julien li hat gegeben ohne selbst zu fordern dann könnte man das ja falsch verstehen.
00:07:01: julien, wie verstehst du das zitat?
00:07:04: julien lie hat gegeben ohne selbst Zu fordern.
00:07:10: Wie verstehst Du dass?
00:07:11: wie hört sich das an?
00:07:13: Ja, für mich klingt das ganz viel nach Ehrenamt ehrlicherweise.
00:07:17: Also auch eine Tätigkeit die man ja durchführt ohne eine Gegenleistung zu erwarten und ich habe auch im Schulkontext viele Dinge muss man einfach so mal sagen weit über ein Dorf gemacht also weit abseits von der Arbeitszeit weil ich wusste dass es wichtig ist und weil ich es richtig empfunden habe und ich hab's dann einfach gemacht.
00:07:41: Beispiele, vielleicht kurz.
00:07:45: Ich mache jedes Jahr so ein, das nennt sich bei uns Abi Bootcamp wo ich mit den Abiturientinnen und Abiturianten dann oder den angehenden Abiturgienten einen Wochenende verbringe in der Schule inklusive Übernachtung wo dann immer morgens bis sagen wir mal achtzehn Uhr gelernt wird da helfe ich bei allen Fächern Und dann wird abends noch ein bisschen Spaß Veranstaltung gemacht und das heute gab es wochenende.
00:08:20: Das ist nicht so, dass ich dafür jetzt irgendwie Eintritt vorder oder unbedingt hervorgehoben werden möchte oder irgendwie einen Dank einvorder sondern ich mache es weil's wichtig und richtig finde.
00:08:32: Ich könnte mir vorstellen was das damit gemeinbar.
00:08:36: Aber
00:08:36: also krass, ja
00:08:37: Julien.
00:08:39: Also ich denke dann immer so wenn ich viele Lehrkräfte jetzt auch im Ohr hab das ist halt so ist
00:08:43: boah...
00:08:44: Also ich freue mich so aufs Wochenende da möchte ich gerade mal gar nichts mehr mit Schule zu tun haben und du saßst wie selbstverständlich.
00:08:53: Nee, das ist mir wichtig.
00:08:54: Das sind den Schülern wichtig.
00:08:55: ich mache es einfach.
00:08:56: Ich meine du hast Englisch und Philosophie.
00:08:58: könnte auch sein dass du Closurenberge zu Hause liegen hast vielleicht deine Familie oder Partner oder Freunde was von dir haben wollen aber du denkst da offensichtlich anders.
00:09:09: Also für mich macht ja auch Spaß.
00:09:10: Es ist nicht so als wäre das jetzt völlig eine nervige Arbeit Für mich etwas der Sinnstiftend ist.
00:09:18: also es gibt mir ganz viel zurück.
00:09:21: Das Ding ist, es ist auch nicht ganz uneigennützig ehrlicherweise.
00:09:25: Also das Ehrenamt ja auch nicht in dem Sinne oder freiwilliges Engagement nennt man das ja heutzutage.
00:09:35: Ich höre daraus du sagst dir gibt das jetzt keine Anerkennung und es gibt kein extra Geld und es geht keine Beförderungen oder so sondern so eine Art von korrigier mich bei dem Wort Erfüllung?
00:09:47: Ja also Ja, also es ist kein Mittel zum Zweck.
00:09:51: Ich mache nicht das um irgendwas zu erreichen.
00:09:55: Also es geht mir nicht um die Anerkennung, es geht mich nicht um dies oder das sondern... Es ist ein Zweck an sich weil ich wirklich davon ausgehe dass das das Richtige ist und dass das Notwendig ist und dann mach'e ich das auch.
00:10:11: Also das Spannende, finde ich jetzt... Du handelst ja im Prinzip altruistisch.
00:10:18: Möchtest den Schülern für die Schüler was Gutes tun auch mit dem, was du in deiner Region machst außerhalb der Schule an Projekten?
00:10:25: Und gleichzeitig reißt du so anders und sagst ne, dass ist auch Egoismus!
00:10:30: Ja also aus welchem Grund ist es egoistisch was du machst?
00:10:38: Es ist nicht primär so, dass ich das mache weil ich da Bock drauf habe.
00:10:44: Ich mache es primär, weil ich glaube, dass das meine Pflicht ist.
00:10:47: Also meine Verantwortung und Sekundärkop.
00:10:50: natürlich kommen Emotionen auch mit rein.
00:10:53: Und ich erlebe da wie Leute sich gut aufs Abi vorbereitet fühlen oder einfach nur Spaß haben abends und das gibt mir ganz viel zurück.
00:11:05: aber das muss nicht der primäre Grund warum ich's mache.
00:11:08: Also du fühlst einfach dich selbstwirksam in dem, was du machst und das erfüllt natürlich auch einen Selbstwerk.
00:11:15: Weil du merkst wie bedeutsam das ist was du tust für diese jungen Menschen in dem Moment?
00:11:21: Das ist so ein bisschen das Gegenteil von einem Torfelskreis.
00:11:24: Das finde ich gerade ganz spannend.
00:11:25: Was du sagst, es gibt ja diesen Frost-Torfels-Kreis aus Bauermann.
00:11:28: Man ist total fertig und ausgebrannt und hat keine Kraft mehr.
00:11:32: singt man so ein bisschen vielleicht auch in seinen Ansprüchen oder in der Kraft, die man in die Arbeit geben kann.
00:11:36: Dadurch läuft es ein bisschen schlechter, dadurch ist man frustrierter.
00:11:39: und du gibst jetzt gerade einen Gegenbeispiel.
00:11:42: Ich weiß gar nicht ob's dafür ein Wort im Deutschen gibt?
00:11:44: Ein Positivkreis von guck mal ich gebe und dadurch helfe ich anderen und die werden noch positiver und das ist eigentlich angenehm und gibt Kraft.
00:11:52: Das ist ja nicht das einzige was du ehrenamtlich machst, Julia.
00:11:56: Stichwort Bollerwagen für Obdachlose.
00:11:58: da können wir vielleicht gleich noch darüber reden.
00:12:01: Du machst das ja mit Schülern und nicht nur alleine eigenverantwortlich.
00:12:07: Was haben die Jugendliche davon, wenn sie mit dir in der Klasse so ein Projekt starten?
00:12:12: Und vielleicht magst du auch zu diesem Bollerwagen-Dick mal was sagen!
00:12:15: Was hat es damit auf sich?
00:12:18: Soll ich ganz von vorne machen?
00:12:19: fangen wie das Wort zustande kam oder...
00:12:21: Geil, mach mal.
00:12:22: Die Geschichte würde mich total interessieren.
00:12:27: Genau also ich musste halt beim Ich anfangen also bei mir.
00:12:32: Ich bin damals, das muss so zum Jahr zwei Tausend Sechzehn, siebzehn gewesen sein.
00:12:41: Habe ich mit einer Gruppe Schülerinnen und Schülern eine Band gegründet und damit war so ein Wettbewerb mitgemacht.
00:12:48: Und also wir wollten halt bei den Wetten machen haben dann zeitlich da mein Gehirn gemacht, die Aufnahmen gehabt und in der Jury saß ein Janis.
00:13:00: Das war der damalige Vorstand vom Clubkinder-EV und der fand unsere Musik so geil.
00:13:09: Und daraufhin hat er mich angesprochen, ich habe euch ein bisschen zu fördern.
00:13:14: Clubkindert damals noch eine Nachwuchsförderung Musik gemacht.
00:13:18: Und über den ganzen Krams haben die nicht also die Clubkinner Stück für Stück so'n bisschen ins Ehrenamt gelockt.
00:13:25: Also ich plötte mich gleich bei einer Tagebuchlesung und hab Stühle aufgestellt an anderer Stelle irgendwie den Einlass gemacht, also im Club oder ich war beim Benefizfußballspiel oder was auch immer.
00:13:39: Und dann hat der Klubkennel V-Kaffee das sogenannte Sonnenscheinkaffee gegründet.
00:13:47: Das gibt es doch immer noch.
00:13:48: Das ist jetzt bei Gubanio mit drin und das war die Überbrückung des Winternotprogramms.
00:13:55: In dem Jahr zwei Tausend Achtzehn war es bitterlich kalt.
00:13:57: Es waren richtig brutaler Winter viele Leute gestorben Und das Winternotprogramm hat aufgrund, soweit ich weiß aus finanziellen Gründen eben auch die Zeiten gekürzt.
00:14:08: Das Wohnungs- und Oblachlose Menschen gar keine Zuflucht hatten im kalten Winter.
00:14:13: Wir haben dann also einen Kaffee gegründet wo sie sich einfach auffalten konnten.
00:14:23: Mit Klubkind LV?
00:14:24: Also noch nicht mit der Klasse okay.
00:14:26: Ne ne ne genau.
00:14:31: Das war in den Märzferien.
00:14:32: Ich habe da also meine zwei Wochen, also in Hamburg haben wir ja März-Ferien und so sind dann Schieferien.
00:14:39: Und in den Ferien, die sind zwei Wochen lang, hab ich jeden Tag in diesem Café gearbeitet und hab dann Kaffeekuchen ausgeteilt.
00:14:49: Da waren viele Wohnungs- und Obdachlose Menschen, da waren Familien aus dem Umkreis, da werden teilweise richtig dicke Promis, dann mit denen zu seinem Mensch ärgerlich nicht gespielt haben, da waren Studierende.
00:15:04: Da waren Schülerinnen und Schülern.
00:15:05: das war ein total cooles Port-Burrier aus verschiedenen Menschen.
00:15:09: Und... Das war der erste Moment wo ich für mich gemerkt habe hoch das macht irgendwas mit mir also diese zwei Wochen
00:15:18: ja
00:15:19: mal für andere Leute da sein also vom Ich zum Du.
00:15:21: Ich hab plötzlich ganz viel Resonanz bekommen Also für Dinge die ähm Ja, also für Dinge die man einfach für andere Menschen macht und nicht für sich selbst.
00:15:33: Und das hat bei mir ganz viel ausgelöst.
00:15:37: Das war Ende meiner Zwanziger und ich kam dann nach diesen zwei Wochen zurück in die Schule und dachte es kann nicht wahr sein warum habe ich das erst so spät kennenlernen dürfen was diese ganze Selbstwirksamkeit eigentlich mit einem Macht?
00:15:56: die mit anderen Leuten da eben so einen Kontakt zu haben.
00:16:02: Und da dachte ich mir, das wäre doch viel geiler wenn dass Schülerinnen und Schüler viel früher auch erleben dürfen
00:16:13: weil
00:16:14: je eher man das hat desto eher hat man ja auch eine Alternative zu diesem ganzen Mittel zum Zweck denken.
00:16:19: also ich mache immer nur etwas weil ich etwas dafür bekomme.
00:16:24: der Kerngedanke einer Schule, vor allem jetzt auch am Gymnasium.
00:16:27: Da ist ja dieser Leitzungsgedankel überall präsent und noch Schülerinnen- und Schülern fragen die ganze Zeit warum sollte ich das machen?
00:16:35: Also auch warum sollt ihr Schülersprecher werden?
00:16:38: Naja weil ich einen Zeug mit Eintrag habe und weil ich dann damit eventuell bei einer Bewerbung besser dastehe.
00:16:44: Und viele machen es nicht, weil sie sich berufen fühlen und weil Sie das Gefühl haben, Sie können was verändern, sondern es geht ja letztlich um die Anerkennung oder um das Prestige.
00:17:00: Da wollte ich ein bisschen von weg, weil ich nun endlich gelernt habe dass es auch anders geht.
00:17:04: Ich bin dann in Philo Unterricht zurück und das war Jahrgang neun muss das gewesen sein und da hatten wir gerade das Thema Ethik also die Frage was darf ich tun?
00:17:17: Oder was soll ich tunen?
00:17:18: Das hat deswegen gepasst Wisst ihr was wir machen zum Projekt?
00:17:24: Ihr löst jetzt einfach die Probleme unserer Gesellschaft.
00:17:28: Das war der Arbeitsaufgleich!
00:17:30: Wir waren damit natürlich erstmal massiv überfordert, weil sie erst mal überhaupt nicht verstanden haben dass jemand sie nach ihrer Meinung fragt und dann in kleinen Gruppen sich ausgetauscht und da kamen Sachen bei rum wie komm lass doch mal in einer Schule ein altes Spielzeug sammeln und das an Weisenhäuser verschenken.
00:17:52: Andere haben so Insektenhotels gebaut.
00:17:58: Also, da waren tonnenweise verschiedene Projekte und eine Schülerin, das war Lisa Popal, die meldete sich und sagte, Heli ich hab gestern mit meiner Familie die Tagesschau geguckt und da habe ich jetzt mal schon geschluckt und dachte geil!
00:18:15: Die guckt
00:18:16: tagesschau?
00:18:18: Geil.
00:18:20: Und sie sagte, sie hat da so eine Tiny-House gesehen und also so kleine Miniwohnungen die man bauen kann.
00:18:27: Und hatte dann ganz stumpf gefragt können wir nicht auch sowas machen?
00:18:31: Ich hätte da Lust drauf weil mir das leidte ob doch los sind so nahe geht.
00:18:35: Mein erster Reflex in meinem Kopf war auf gar kein Fall!
00:18:39: Das ist doch überhaupt nicht möglich.
00:18:41: uns zum Glück... Zum Glück hatte ich die Erfahrung aus dem Sunshine Café und dachte mir Halt Stop, Klappe halten Lass das doch erstmal so stehen, macht das nicht sofort kaputt.
00:18:54: Klar.
00:18:55: Hab dann gesagt ich nehme das mal mit und hab' dann die Idee in das Sonschenkaffee getragen weil ich habe dann weiterhin jeden Sonntag da verbracht und da gearbeitet Und hab' einfach damit mit der Zielgruppe also mit den wohnungs- und auferlosen Menschen da gesessen und das einfach mal besprochen.
00:19:18: Da kam mir jetzt schnell auf die Idee... Also, Tiny House steigt uns das Ordnungsamt aufs Dach.
00:19:23: Das geht nicht!
00:19:26: Aber wir haben dann erst mal drüber gesprochen was die Menschen eigentlich brauchen weil man will ja auch nicht einfach irgendwas hinstellen und sagen guck mal ich habe geholfen und die wollen das gar nicht oder?
00:19:40: Wir kamen schnell auf der Idee zu sagen es muss irgendwas sein was mobil ist was man bewegen kann.
00:19:47: Es muss davor schützen, dass man nicht auf dem Kalten das Falt
00:19:50: schläft.
00:19:52: Echten Mehrwert bietet quasi?
00:19:54: Genau!
00:19:54: Nicht einfach helfen weil man sich dann gut fühlt, sondern weil es tatsächlich Hilfe ist.
00:19:58: Da sind wir wieder beim Egoismus eben
00:20:01: für die anderen.
00:20:01: Ja genau und ihr
00:20:06: kann doch schon auf die Idee zu sagen wir machen einfach so ein Bollerwagen und den kann man ausklappen und da kann man nämlich auch liegen.
00:20:12: Weißt du, warum ich das gerade lustig finde?
00:20:13: Ich unterbreche dich einmal Julien.
00:20:15: Weil das eine lustige ein lustiger Rekurs ist auf unserer Einstiegsfrage wo Du als Abi-Streichler auch mit einem Bollerwagen durch die Gegend gezogen bist.
00:20:24: Fällt dir das auch auf?
00:20:26: Der
00:20:26: Bollervagen!
00:20:29: Das ist
00:20:30: ein Tropus hier.
00:20:32: Im Übrigen, wenn du das schon erzählst ich habe den Bollerwagen ja gesehen.
00:20:37: also an die Zuhörerin zuhör bei zdf.
00:20:40: heute gibt es ja diesen drei Minuten dreißig Bericht über dich wo das ZDF dich besucht hat und da kann man auch den Bollerwagen sehen.
00:20:47: Den habt ihr zusammengeschraubt aus glaube ich Bier-Tisch-Ganditouren mit Scharnieren versehen, wenn ich es so richtig gesehen habe und dann lässt er sich ausklappen und da ganz gut drauf pennen?
00:20:58: Ja, also... Da kann man, wenn man noch eine Isomutter hat eigentlich echt gut darauf schlafen und kann dann sein Zeug damit transportieren.
00:21:07: Also genau das was es ja irgendwie gebraucht hat.
00:21:10: Und die andere Grund war ein Bollervagen kann das Ordnungsamt nicht verbieten, weil es mobil ist.
00:21:19: Man kann dann halt einfach fünfzig Meter weiterziehen.
00:21:22: und viel wesentlicher ist, obtachlose Menschen oder wohnungsmessliche Menschen haben ja nicht so eine richtige Lobby in dem Sinne oder eine gesprache Lobby.
00:21:32: Und was aber die Gesellschaft möchte, ist ein Bonnerwagen zu haben für den Fahrrad, wo dann alle besoffen damit rumfahren.
00:21:42: Und wenn man jetzt also obdachlosen Menschen einen Bollerwagen verbieten würde, müsste man das auch am Vatertag tun.
00:21:48: Das ist politisch nicht gewollt weil es sind ja wählende Menschen.
00:21:58: Dann haben wir da mit, das war auch geil, da kamen Familien aus dem Umkreis, haben Holz vorbeigebracht Werkzeug und dann haben wir das da wirklich einmal kurz zusammengehemmert in Prototypen Und dann lagen wir da drauf in der Sonne und haben uns dann ausgemalt, wie es dann weitergeht.
00:22:14: Und dachten die Scheiße, wir brauchen Geld!
00:22:17: Also wir können jetzt ja nicht nur noch mit geschenkten Holzes irgendwie machen... ...und dann haben wir mit dem Clubkinder-EV einfach einen Fundraising gemacht.
00:22:27: Und tatsächlich innerhalb von vierundzwanzig Stunden hatten wir über zehntausend Euro.
00:22:32: Dann haben wir noch ein zweites gemacht und hatten am Ende genug Geld für dreißig Bollerwagen.
00:22:40: Und die haben wir dann alle zusammen und zusammen meine ich mit obterlosem, wohnungslosen Menschen.
00:22:51: Mit Studierenden, also mit Ehrenamtlichen, mit Schülerinnen und Schülern immer am Wochenende in seiner Werkstatt einfach gebaut und hatten natürlich mit einer Anleitung das auch ein... Da war auch einer der ganz viele Tischlereien, Burkhard Manich.
00:23:07: Der hat dann einfach das sozusagen abgesegnet und immer wieder prüft weil ich als Lehrkraft habe keine Ahnung von Handwerk, dass sich sehr schade findet.
00:23:17: Und seitdem hätte ich auch gerne irgendwie mal so Tischler machen.
00:23:20: aber das ist ein anderes Thema.
00:23:23: Genau die werden wir gebaut, da wurden sie bemalt von Kindern aus dem regionalen Bildungszentren.
00:23:32: Wir hatten Kunstklassen.
00:23:37: Wir hatten einfach Schülerinnen und Schüler, die dann zur Werkstatt gekommen sind, Spray-Dos in die Hand genommen haben und das gemacht haben.
00:23:43: Und wir hatten sehr viele auch prominente KünstlerInnen und Künstl aus Hamburg, die das dann besprüht haben.
00:23:51: Also es sind eigentlich wirklich krasse Kunstwerke weil es war wichtig dass sie sofort erkennbar sind Die auch zuortbar sind.
00:24:03: Wem gehört eigentlich welcher Bollerwagen?
00:24:05: Und es sollte auch etwas wertiges sein, etwas Schönes.
00:24:09: und die haben wir dann verteilt zusammen mit Bergdorfer Engeln in dem Gaben fahren das sind so Ausgabestellen wo es dann auf Essen und andere Sachen gibt und haben dann von Hans-Jate Kalb auch noch Schlafsäcke und Isomatten bekommen.
00:24:25: also es war ein richtig geiles Hamburg arbeite Zusammending.
00:24:30: Da haben wir dann die verteilt und ich weiß auch noch, ich bin da irgendwie ein Tag später dann so durch die Spitaler Straße.
00:24:39: Das ist bei uns also eine der Haupteinkaufsstraßen in der Innenstadt.
00:24:43: Bin ich dann nachts gewandert?
00:24:44: Es war dann im Winter alles dunkel.
00:24:48: Bin dann durch diese Straß und da waren halt überall diese Bollewagen mit den geilen stolten Besitzerinnen besitztan.
00:24:54: Und das war wie so einen Familientreffen.
00:24:57: Ich habe mich mit denen unterhalten ...gefragt, so hey, wie läuft das damit?
00:25:02: Braucht ihr da noch irgendwas?
00:25:04: und... Das hat auch dafür gesorgt dass das Thema Obdachlosigkeit auch nochmal in den Medien anders transportiert worden ist.
00:25:11: Und hat so ein bisschen Awareness, wenn man so schön sagt, heutzutage gesorgt.
00:25:17: Julian du hast
00:25:18: jetzt schon so viele Worte gesagt ich sammel mal einen, weil sonst platzt mein Schreibtisch vor lauter Notizen.
00:25:24: Tobi ich musste auch gleich genau.
00:25:26: also jetzt gibt es... Du weißt, da geht mir das Herz auf.
00:25:31: Ja,
00:25:32: ihr habt euch gefühlt.
00:25:35: Du sprichst von Awareness, von Leistungsdenkendes abgeschafft werden musst.
00:25:39: du sagst die Kinder müssen lernen vom Ich zum Du zu kommen und Selbstwirksamkeit möchtest du schulen.
00:25:46: Das sind so viele Begriffe an denen wir uns jetzt eine Stunde abhangen können.
00:25:51: Was würdest du auf den Punkt bringen wenn du sowas mit Schülern machst?
00:25:57: Was lernen die daraus?
00:25:59: Was nehmen sie mit fürs Leben und zwar nicht nur für den Lehrplan, sondern für die Zukunft.
00:26:07: Zwei Dinge sind das für mich.
00:26:08: Das eine ist im Sinne der Selbstwirksamkeit spüren Sie, dass Sie tatsächlich etwas bewegen können mit Ihrem Handeln.
00:26:16: Andere ist auch spülen dürfen, dass sie gebraucht werden in der Gesellschaft Vor allem, also ich hab ja selbst auch Migrationshintergrund und ich weiß dass das natürlich auch einen strukturellen Unterschied macht.
00:26:34: Auch der Zugang zum Ehrenamt ist halt leider immer noch so ein Eliten-Hobby wenn es eben zugewandert ist schwerer zu erreichen.
00:26:44: viele haben eben kein Netzwerk Menschen mit Migrationshintergrund sehr früh spüren dürfen, dass sie doch auch Teil dieser deutschen Gesellschaft sind und nicht irgendwie so eine Subkultur.
00:26:58: Das wiederum sind für mich die Grundbausteine für Demokratie.
00:27:03: also wenn ich nicht merke das mein Handeln einen Unterschied macht und ich auch nicht wirklich erwünscht bin dann gehe ich auch nich wählen oder ich will halt das falsche.
00:27:13: Weißt du daß du damit großen Denkan auch voll auf einer Linie fährst.
00:27:18: Ich denke an John Hetty, den großen Schulforscher der sagt das kollektive Selbstwirksamkeitsüberzeugung ein maßgeblicher Predictor für Lernerfolg einer Klasse ist.
00:27:29: ich denke jetzt wieder ans Lernen ist wird es ja offen wie größeres Bild hinaus.
00:27:32: Hetty sagt diese Selbstsicherheit ist ein zentraler Schlüssel für besseres Lernen und Leben.
00:27:36: Und Maria Montessori die alte Reformpädagogin für über hundertfünfzig Jahren hat schon gesagt Schule muss den Kindern ihren Platz in der Welt zeigen.
00:27:45: Die Aufgabe von Schule ist, dass Kinder ihren Platz in der Welt kennenlernen.
00:27:48: Weißt du was, Tobi?
00:27:49: Ich glaube ja... Also wenn ich da kurz nochmal mit einhaken darf.
00:27:53: Der wesentliche Grund dafür, glaub' ich das Schüler sich als nicht selbstwirksam erleben liegt begründet in der reinen Abhandlung der Lehrpläne die im alten
00:28:11: Stile
00:28:13: Im alten im alten Stil runter gerattert wird aus der Angst, der Lehrkraft.
00:28:17: Ich muss ja mit dem Lehrplan durchkommen etc.
00:28:19: So wurde mir das früher im Refrain der Yard beigebracht und so weiter.
00:28:22: Und darüber hinaus sehe ich nicht die zeitliche Ressource so etwas zu machen wie du Julien.
00:28:31: Und bei Schülern sorgt es dafür dass sie sich auch hier eine Hüterhirnforschung Objektbehandlung also dass Sie sich als wie ein Objekt behandelt fühlen dass nicht die Möglichkeit bekommt, wirksam sein zu dürfen.
00:28:46: Und genau dieses Bedürfen ist das in jedem Jahr schlummert.
00:28:50: Das stillst du auf die Art und Weise.
00:28:52: Es ist ja eine Win-Win Situation für alle, also für Dutzende Menschen oder Hunderte Menschen was ihr da macht.
00:29:00: Hoffentlich!
00:29:01: Also mein Anspruch ist immer erstes es zumindest bei dem einen Menschen irgendwie etwas auslöst damit er schon viel gewonnen Und ich sehe das ganz genauso.
00:29:12: Das ist ja das Gegenteil von dieser Anpassungskultur, die ja leider immer noch in den grundfesten Schulsystems verankert sind.
00:29:22: Also da sind ja Lernende eher als Objekte gesehen und weniger als Subjekte weil das anstrengend und weniger gut zu kontrollieren.
00:29:31: Ja.
00:29:32: Das geht
00:29:33: um
00:29:33: Kontrolle und Vertrauen.
00:29:35: Ja genau und ich glaube das ist halt der falsche Ansatz.
00:29:41: Es mag kurzfristig so sein, dass ich mit dem wie ich das da mache mehr Arbeit habe mittel und langfristig auf gar keinen Fall.
00:29:52: Sondern da spart dann ganz viel Arbeit wenn ich nämlich nicht die ganze Zeit den Kontrollating spielen muss.
00:29:59: Und das Lernen ist halt etwas was dann halt nebensächlich passiert.
00:30:03: also zumindest meine Sicht auf die Dinge
00:30:07: An dieser Stelle drücken wir für ein paar Sekunden auf die Pausetaste, denn das was Julian gerade erzählt ist ja genau der Grund warum wir diesen Podcast machen.
00:30:15: Und wenn dich das packt dann hilft doch unsere Arbeit auch mit zwei kleinen Gesten.
00:30:19: erstens abonnier uns und zwar diesem Podcast hier und auch gerne Lehrkraft bester Job der Welt.
00:30:25: Das kostet dich nämlich gar nichts und uns gibt es Rückenwind für das nächste Schuljahr und die nächsten Gespräche.
00:30:30: Zweitens, fast noch wichtiger.
00:30:32: Denkt doch gerade vielleicht an eine Kollegin oder den einen Kollegen der grade sagt na für sowas habe ich keine Zeit und der Lehrplan muss durchkommen.
00:30:41: Schick ihm doch diese Folge gar nicht so als Vorwurf sondern vielleicht ein Zurückenwind und kleine Idee.
00:30:46: Julian hat mit einem Bollerwagen angefangen und ja gut vielleicht fängt dieser Link gerade dann auch etwas an.
00:30:52: Danke dir!
00:30:53: Und zurück zu Julien & Alex.
00:30:57: Also ich glaube, also bei dem was du auch vorher gesagt hast das irgendwann zwischendurch mal gesagt ist schon ne viertelstunde her oder so.
00:31:03: Das hat halt Spaß gemacht und so weiter.
00:31:05: da gibt es ja so dieses diesen Slogan wenn du irgendwas machst was dir Spaß macht dann wirst du ein Leben lang nie mehr arbeiten.
00:31:12: Du sagst doch gerade im ersten Moment scheint es wie Mehrarbeit aber hier eben auch zu erwähnen dass eben Arbeit nicht gleich Arbeit ist.
00:31:21: Wenn ich eine Stunde Klausuren korrigiere was ich da mit manchen Schülern antue, denen ich jetzt deine sechs oder ne fünf oder so drunter schreibe und halt einfach nur im System funktioniere.
00:31:32: Dann setzt sich ja ganz viel Frust fest im Kopf wenn nicht aber in der gleichen Stunde bei euch bei den Club Kindern hieß es?
00:31:40: Bei den Clubkindern mit obdachlosen Bespreche wie ihn am besten geholfen werden kann um dann aktiv zu werden, dann sind das ja zwei grundverschiedene Stunden Arbeit in Anführungsstrichen.
00:31:53: Ja genau Ja, also auch für die Lehrkraft würde ich mal sagen wesentlich angenehmer auf der Schiene zu fahren.
00:32:03: Zumal ich glaube dass das auch noch ein anderes Grundproblem löst und zwar... Ich hatte da sehr vorhin schonmal gesagt mit dem Leistungsgedanken und ich persönlich habe darunter ja auch sehr lange gelitten.
00:32:18: Also vor allem reite da gerne drauf rum.
00:32:21: aber es ist ja auch wieder so Migrationshintergrundsthemen, also dass man das Gefühl hat und es ist dann ja auch faktisch leider häufig so, dass man mehr leisten muss um überhaupt irgendwie akzeptiert zu werden.
00:32:35: Und ich sehe das bei vielen Kids, die sich auf Grund des Systems sehr viel über Leistung definieren.
00:32:43: Also sie haben dann so dysfunktionale Grundsätze im Kopf wie Ich bin nur etwas wert wenn ich etwas leiste.
00:32:52: Das ist extrem gefährlich, weil das transportiert ja immer wieder unerfüllbare Erwartungshaltung während der anderen Modus.
00:33:03: Also dieses Selbstwirksame, dieses für andere Dasein und dann gemeinsam also zum wir etwas zu gestalten.
00:33:12: Da eröffnet eine andere Perspektive.
00:33:16: Plötzlich ist man etwas wert ohne dass man etwas leistet.
00:33:21: Man erhält Resonanz von gegenüber.
00:33:28: Also, was ich damit sagen möchte ist es löst bei einigen wirklich diesen Leistungsdruck der ja bei vielen dann leider auch in Bern zu Burnout führt also auch schon in der Oberstufe teilweise.
00:33:45: Das ist wirklich krass!
00:33:48: Wie viele depressive Züge die da schon entwickeln Weil sie eben merken, dass sie nicht genügend und
00:33:55: dafür.
00:33:57: Wie gehst du damit konkret um?
00:33:59: Also was machst Du?
00:33:59: weil du bist ja auch gebunden an... ...Schulgesetz- und Anlehrplanen und du musst auch Noten geben und du muss auch Klausuren schreiben und du mußt auch selektieren.
00:34:09: eine Schulfunktion ist ob wir es wollen oder nicht.
00:34:11: nein wir wollen nicht aber wir müssen Selektion gehört auch dazu.
00:34:15: wie kommunizierst du das in dir?
00:34:21: also zum einen Versuche ich, das ist auch noch ein Learning.
00:34:26: Also ich bin da immer noch ganz viel dabei nachzujustieren.
00:34:32: Ich tendiere weniger zum Wissensvermitteln und mehr zur Lernbegleitung was ja nicht heißt dass man kein Wissen vermittelt sondern dass ich mich aus dem Zentrum nehme und
00:34:45: sagen unsere Gäste mal wieder übrigens
00:34:46: also
00:34:47: Ja das freut mich, weil ich nämlich weiß dass es funktioniert.
00:34:51: Also ich sehe das tagtäglich.
00:34:53: Das ermöglicht Nähe einfach viel mehr Zeit auch individueller auf die Menschen einzugehen.
00:35:00: und also das eine das andere ist dann noch die Wahrnehmung einer Klasse.
00:35:09: Ich unterscheide zwischen drei unterschiedlichen Ebenen.
00:35:16: fachlich unterstützen und begleiten.
00:35:18: Das ist da sozusagen das Kerngeschäft, was ja auch Wissensvermittler in dem Sinne teilweise tun.
00:35:28: Und ich gucke aber vor allem aufs emotionalen und soziale.
00:35:31: Das sind halt eben die anderen zwei Aspekte.
00:35:34: also wenn ich da jetzt eine Schülerin habe, die sich meldet, was falsches sagt kann ich dazu fachliche Feedback geben?
00:35:42: Wenn da aber jemand ist der Ich sage, mein Anführung strichen stört.
00:35:47: Allein der Begriff Störung ist ja schon problematisch.
00:35:50: Das Kind stört nicht in meinem Sinne sondern es meldet sich nur eben mit einem anderen Auftrag.
00:35:58: Es geht nicht darum dass ich dieser Person jetzt erstmal primär fachlich helfe Sondern häufig ist das eher emotional sozial Dass ich sie da eben an einer anderen Stelle einmal abhole.
00:36:07: Also es geht ganz viel um diese Beziehungsarbeit und ich glaube, dass das... Das ist vereinbar den Dingen, die man fürs Abitur oder für andere Prüfungen braucht.
00:36:18: Man schafft den Stoff wesentlich schneller und nachhaltiger und besser wenn man sich erstmal um die Menschen kümmert und nicht einfach nur stupide den Lernstoff abarbeitet weil dann wäre das ja sozusagen die Perspektive auf mich gesehen.
00:36:34: ich als Lehrkraft habe einen Job und ich muss das jetzt machen!
00:36:38: Da sind wir wieder bei Fokus ne?
00:36:40: Ja weißt du ein wenig grad denken muss Alex an ... für in zwei Wochen.
00:36:44: Da haben wir nämlich ein Gespräch mit einer Schulleiterin, einer Reformschule und die hat als ich dort war im Vier-Augengespräch gesagt also ihr genau das gesagt habe Julian was machst du denn wenn Schüler total auf die Barrikaden geht und stört und mega Probleme hat und nicht lernen kann?
00:37:01: Dann guckt ihr mich an und sagt Tobias da kannst Du nur eine einzige Sache machen nämlich das Wichtigste für Pädagogen überhaupt!
00:37:08: Du kannst da sein für den Schüler Und deckt sich total mit dem, was du sagst.
00:37:14: Also auch eine Einladung an alle die sich das vielleicht dann auch anhören wollen.
00:37:17: in zwei Wochen, die nächste Episode.
00:37:20: Julian, angenommen wir nehmen jetzt irgendwie ne Kamera mit in dein Unterricht?
00:37:24: Was würden wir denn sehen?
00:37:26: wie gehst Du denn um mit nem Störenden?
00:37:28: Mit einem Schüler der ganz konkret stört...
00:37:31: Also in erster Linie werden Störungen nicht vor der großen Bühne also vor allen anderen irgendwie angegangen Sondern ich gehe dann zu den Leuten hin und kläre das im eins-zu-eins.
00:37:43: Ich frage dir erst mal, was los ist?
00:37:44: Also auch gar nicht böse sondern wirklich eine ehrliche Frage.
00:37:49: also warum machst du das gerade?
00:37:52: oder Was brauchst du von mir?
00:37:53: wie kann ich dir helfen?
00:37:56: Wenn
00:37:56: es auch nur krasser perspektiven schifft ist weg von er.
00:37:59: macht das was ich von dir will zu etwas.
00:38:01: möchtest Du eigentlich dass ich mache?
00:38:03: das ist ein kras genau andersrum die frage
00:38:05: Ja, das ist super befreiend.
00:38:07: Weil dann ist es auch nicht mehr so ein Gegeneinander, sondern es ist ein Miteinander.
00:38:13: und mittlerweile was ich gerne mache ist wenn... Also es gibt natürlich Fälle wo man sofort intervenieren muss.
00:38:20: also wenn da jetzt jemand Bild um sich schlägt oder mit Sachen auf andere schmeißt oder keine Ahnung ist Dann gilt es ja die Situation erstmal zu entschärfen sodass alle anderen weiter lernen können.
00:38:33: Das ist auch der Grund, warum ich jetzt so eine Störung nicht im öffentlichen Austrage, weil das stört alle anderen.
00:38:40: Sondern wenn das tatsächlich so doll ist dass ich sie einmal vor die Tür befördern muss dann gehe ich auch mit und dann gehe Ich mit denen erst mal durchs Hauptgebäude ein paar Runden drehen Während die Anderen weiterarbeiten Und rede mit denen.
00:38:56: Weil Sie es anders gewohnt sind, muss ich den immer erstmal klarmachen.
00:39:03: Unsere Betierung bricht nicht ab, sondern ich rede mit dir jetzt als Mensch.
00:39:09: Wir schauen uns einmal was du brauchst.
00:39:12: Ich erkläre einmal warum... also ich bin ja ganz transparent, warum musst du das jetzt sagen?
00:39:18: Was kann ich anbieten?
00:39:19: Aber es ist... Das ist ganz wichtig glaube ich weil das häufig vermischt wird.
00:39:28: Ich tadele das Verhalten aber nicht den Menschen Dass ich dann ihnen auch mal wieder klar mache, nur weil du dich jetzt packe Verhalten hast finde ich dich als menschern nicht blöd.
00:39:40: Du hast ja die Möglichkeit dir auch noch anders zu verhalten.
00:39:43: Ich bin davon jetzt vielleicht einfach nur kurz genervt aber... ...ich bin ja trotzdem immer noch für dich da.
00:39:53: Korrigier mich Julien wenn es nicht so ist, aber ich glaube dass du egal was ein Schüler macht oder tut immer daran interessiert bist.
00:40:04: Also nicht per se, das geht jetzt gar nicht was der Schüler da gerade macht sondern... Was muss grade in ihm vorgehen dass er das macht?
00:40:11: Und dem willst du auf den Grund gehen wenn du mit ihm aus dem Unterricht gehst und mit ihm einmal im Schulblock rumgehst.
00:40:19: Ja also ja.
00:40:21: Dass es
00:40:21: seine Grundhaltung ist.
00:40:23: Es geht ja um Empathie und Perspektivenwechsel.
00:40:27: Das wäre etwas was ich auch eben durch das Sonscheinkaffee, durch die Clubkinder gelernt habe.
00:40:32: Also vieles bleibt ja immer beim ich.
00:40:36: Es geht ja immer erst mal um die Ich-Bedürfnisse und bevor die ja nicht geklärt sind kann ich mich auch nicht auf andere Leute wirklich sinnvoll einlassen.
00:40:45: also ich kann dann auch keine Partner oder Gruppenarbeit machen wenn meine Bedürfnissen nicht gestillt sind.
00:40:51: Das heißt ich muss dann ja erstmal mit denen klären welch was braucht es damit dass ich erstmal zufrieden ist damit die sich auf ein Du einlassen können.
00:41:02: Wenn es immer nur um diese Ich-Sachen geht, ist Unterricht nicht möglich.
00:41:06: also kein sinnvoller Unbericht zumindest nicht für die.
00:41:11: Sie wollen erst mal vom Grundbedürfnis her einfach gesehen werden wahrgenommen werden als mehr geschätzt
00:41:18: werden.
00:41:20: Julian wo hast du das her alles?
00:41:22: Wo hast du die Gedanken entwickelt?
00:41:25: Ehrenamt!
00:41:27: Hat sich das durch das Ehrenamt entwickelt?
00:41:29: Ich würde behaupten, ja.
00:41:31: Weil man dann im Ehrenamt auch häufig in so einem Kosmos ist, wo man Menschen zu tun hat die einen anderen Perspektiven eröffnen und dir auch ähnlich ticken.
00:41:42: also ich habe da sehr viele wundervolle Menschen kennengelernt, die mich so nachhaltig geprägt haben dass ich... Also ich war vorher ganz anders.
00:41:53: Ich hab natürlich auf meine Bedürfnisse geguckt.
00:41:57: Super durchs Abi.
00:42:01: Die Uni habe ich damit einfach so durchgerattert und es ging immer nur um Leistung, Leistung.
00:42:09: Ich musste immer der Beste sein.
00:42:10: Ich muss überall im schnellsten, stärksten und sonst was.
00:42:14: also auch so richtig dieses Männlichkeitsdingen.
00:42:19: Wie es
00:42:20: einem das System beibringt?
00:42:22: Ja genau!
00:42:23: Und ich meine ich hab's ja auch irgendwo her Und plötzlich war das alles völlig egal.
00:42:31: Wenn ich da mit optallosen Menschen zusammen Kaffee trinke oder wieder in die Karten spielen, gebe ich meine Zeit und ihnen hilft es so immens... ...und ja der Gedanke, das hat mich wirklich auf monatachzig Grad gedreht.
00:42:51: Plötzlich ging's nicht mehr nur um Leister.
00:42:55: Julian, das ist so... Krass, ich fühle mich so gerade verbunden mit dem was du sagst weil ich es eins zu eins, Tobi.
00:43:03: Du weißt das erlebt hab also wirklich... Das war wie... Also das gleiche hätte ich ein-zu-ein sagen können von Anfang an also im Prinzip von diesem Leistungsgedanken her.
00:43:15: bei mir wars jetzt nicht Obdachlosenprojekte sondern das habe ich ja mehrfach schon mal auch in den Podcast ein bisschen beschrieben dass sich halt die AG Menschlichkeit bei uns, wo wir auch rausgehen.
00:43:29: Das ganze ist ja übrigens für die Hörer es vielleicht nochmal ganz interessant wer da Hilfe haben will und sich sagt oh das was Julian sagt das begeistert mich auch.
00:43:38: ich möchte sowas auch der is am besten aufgehoben.
00:43:46: da gibt es unglaublich viel Material, wie man mit Schülern anfangen kann, Projekte zu starten.
00:43:55: Weiß ich Julien ob dir das bekannt ist?
00:43:59: Genau weil am Anfang kann die Hemmschwelle sehr groß sein sich so was zu trauen rauszugehen, weil man nicht mehr im geschützten Kosmos der eigenen Schule.
00:44:07: und wie ist das rechtlich wenn ich jetzt einen Unterrichtsgang mache?
00:44:10: Und da ist das Netzwerk frei, der ja unglaublich hilfreich.
00:44:15: Bei mir war es so, dass ich durch diese sozialen Projekte... Wir haben halt Eltern und Kinder unterstützt die gerade die schwere Zeit einer Tumorerkrankung der Kinder durchmachen.
00:44:26: Und genau waren halt auf der Kinderkripsstation also zwei Projekten von denen wir gemacht haben wo du mit einem Mal geerdet wirst Also zu sehen, wie wichtig so was sein kann und dass es alles überflügelt.
00:44:44: Aber aber heftigst überflügelt, was du jemals dachtest, was wirklich wichtig ist.
00:44:52: also ne?
00:44:52: Und deswegen diese Erfahrung zu machen wie bei dir jetzt bei Clubkinder mit den Obdachlosen und so weiter das deckt sich genau mit dem wo du auf einmal denkst boah Es ist Empathie auf einmal wichtig und du kannst bedeutsam sein.
00:45:08: Das ist unglaublich, woher ich komme?
00:45:09: Auch ins Erzählen oder könnte er wieder schichten erzählen
00:45:12: viele geile Sachen.
00:45:14: Und wenn wir uns jetzt einmal das so ein kleines Gedankenexperiment machen und uns vorstellen weil Du hast es ja auch so erlebt also es deckt sich auch mit ganz vielen mit denen ich spreche die eben wie sich ehrenamtlich betätigen.
00:45:29: Wir stellen uns jetzt einfach mal vor Alle Schülerinnen und Schüler machen das schon in der Schulzeit.
00:45:37: Und bekommen diese Perspektive auf das Leben, die Welt.
00:45:44: Da bin ich bei dir, Julian!
00:45:46: Weil du sagst, hier bin ich euer Begleiter.
00:45:49: Also sie zu ermutigen und dabei zu begleiten was Gutes für andere Menschen zu tun?
00:45:56: Was hätte das für eine Wucht wenn wir mit kleinen Projekten in der Grundschule anfangen ... wo wir was Gutes tun und die Schüler nach und nach dran gewöhnt werden, mit Projekten in der Gesellschaft positiv zu wirken.
00:46:09: Ich bin mir sicher da wäre die Schülergesundheit deutlich höher...
00:46:14: Und das Demokratiebewusstsein?
00:46:16: Demokratie-Bewusstsein!
00:46:18: Das Wohlergehen in der ganzen Kommune.
00:46:20: Ja also das sind so Dinge, die da blüht eine ganze, da kann eine ganze Region, eine ganze Gemeinde aufblühen.
00:46:30: Ich sehe das aber auch wie du.
00:46:32: Es ist natürlich nicht so einfach mal gemacht, also der Sonne sich auch gerne Unterstützung zu holen und ich glaube die größte Unterstützung ist überhaupt erstmal zu spiegeln dass das in Ordnung ist und dass es gut ist weil es ist schon für viele eine gruselige Vorstellung da so viel Kontrolle abzugeben Weil das ist natürlich, da weiß man nicht was da alles bei rumkommt.
00:47:03: Was da noch passieren kann.
00:47:05: Ja du hattest schon die rechtliche hier neben der angesprochen und so weiter.
00:47:08: aber ja also man muss es dich wirklich trauen.
00:47:12: Es ist nicht ein ich stelle dass jetzt einfach mal um und wenn jetzt plötzlich Lernbegleiter macht jetzt das sondern das isst wirklich einen Traun.
00:47:19: Man gibt Sicherheit ab ne?
00:47:21: Man hat ja als Lehrkraft Sicherheit auch weil man sich auf solche Projekte außerhalb des Schutzsphäre der Schule einlässt.
00:47:29: Da gibt man ja die Sicherheit des Schutzraums der Schule auf.
00:47:32: Und das bedeutet immer, unvorhergesehenes Risiken, die kommen können und da baut ... Das braucht Mut ne?
00:47:38: Tobi!
00:47:38: Haben wir dich
00:47:39: angesteckt?!
00:47:41: Haben wir Dich mit solchen sozialen Projekten?
00:47:43: Willst Du mal ausprobieren?
00:47:44: Du wirst lachen... Ich hab doch schon mit Schülern zum
00:47:47: Mutter-Kind-Heimen
00:47:49: haben wir schon Weihnachtsgeschenke gemacht.
00:47:50: und so ich wollte euch nicht in eurem Fluss unterbrechen.
00:47:54: Ich kann das alles unterschreiben, was ihr sagt.
00:47:58: Eine Sache die ich immer gerne mit reingebe.
00:48:02: Also ich habe jetzt schon ein Beispiel gebracht wie man es in Fachphilosophie unterbringt und das gibt's natürlich nicht in jedem Bundesland einen anderen heißt das irgendwie Wertonorm oder Ethik und da passt super rein.
00:48:18: aber es geht auch in allen anderen Fähren.
00:48:22: Beispiel möchte ich mit reingeben, weil es immer funktioniert und was absolut Bildungsplan konform ist.
00:48:29: In den Jahrgang fünf und sechs soll ja das Briefe schreiben immer noch geübt werden.
00:48:35: Wir machen das regelhaft bei uns an der Schule immer schön Richtung Weihnachten oder zum Nachtneuer also die Phasen wo Menschen, die nicht mehr so viel Kontakt haben zur Familie oder keine Familie haben am traurigsten sind und oder am einsamsten.
00:48:52: Und denen, die Schülerinnen und Schüler schreiben Briefe an göttliche Seniorenresidenzen.
00:48:59: Einfach mal so unter dem Titel Briefer gegen Einsamkeit.
00:49:03: Das ist
00:49:03: eine keine Idee gerade jetzt vor Weihnachten?
00:49:06: Ja!
00:49:06: Es ist so einfach gemacht... Die Lehrkräfte müssen es sowieso machen.
00:49:10: Also die Deutsch-Lehrkräfte.
00:49:13: Warum dann nicht für andere Menschen?
00:49:18: Also, warum sollen die Briefe schreiben, der dann irgendwo Müll einmal landet?
00:49:21: Das ist
00:49:21: doch scheiße.
00:49:22: Ja da sind wir wieder bei... man macht das nur als Zweck an sich ne?
00:49:25: Ja genau!
00:49:25: Ich
00:49:25: will vor Selbstwirksamkeit also nur um das mal.
00:49:28: ich will nun mal kurz erwähnen Wir haben von drei Viertelstunden.
00:49:32: Tobi wollte ich anfangen.
00:49:35: Du will dir eigentlich die Nachrichten deiner Schüler vorzuspielen.
00:49:41: So, so haben wir gestartet und ich glaube du hast immer noch Bock drauf die zu hören.
00:49:45: Jetzt bin doch spannend, ob sich da irgendetwas drin wiederfindet von dem was ich die ganze Zeit an Arbeit habe.
00:49:51: Ja das mal gucken
00:49:51: natürlich
00:49:52: gut.
00:49:52: Das ist eine ziemlich großen Wahrscheinlichkeit.
00:49:54: also ich spiele dir die Mal vor... Die erste Nachricht kommt von einem Nick!
00:50:01: Ich kenne ihn ja gar nicht aber du wirst ihn wahrscheinlich kennen.
00:50:06: Ein ehemaliger Moment.
00:50:07: Was hast du gerade gesagt?
00:50:08: Maschine?
00:50:11: Moin moin
00:50:12: ich bin Nick und Ich hatte Herrn Lee in den Fächern Englisch und Phythesophie.
00:50:18: Was so ein paar Sachen sind, die ihn für mich als Lehrer auszeichnen, sind einerseits der Unterricht aber damit meine ich nicht einfach nur die Wissensvermittlung.
00:50:26: Die war auch gut natürlich Aber ich fand es viel besonderer das Herr Lee es immer geschafft hat einen fürs Thema zu begeistern.
00:50:34: was ich zum Beispiel, woran sich mich noch sehr gut erinnern kann ist wir hatten im Englischen Unterricht jetzt in der Oberstufel des Thema Crime and Punishment.
00:50:41: Anstatt dass wir einfach die Themen durchgegangen sind, bla bla bla.
00:50:45: Hat damit uns ein kleines, ich nenn es jetzt mal Rollenspiel gespielt und zwar gibt dieses Spiel das nennt sich Murder Mystery wo man eben einen Mörder sucht.
00:50:55: Und er hat uns halt so kleine Rollenzettel verteilt.
00:50:58: dann haben wir in jeder Stunde am Ende des Unterrichts einmal so bisschen die Geschichte vorangetrieben Und hatten so, sag ich mal ein bisschen dafür einen Gefühl bekommen.
00:51:07: Welche Wörter denn auch wichtig sind für das Thema bla bla bla.
00:51:10: besser als irgendwie einfach nur stumpf.
00:51:13: Ja hier wir schreiben morgen Vokabeltestlern bis dahin alle Sachen.
00:51:17: So war das zumindest nicht.
00:51:19: Das ist erstmal geil dass es im Kopf geblieben ist.
00:51:23: Also ich gebe mir gerne Mühe mit sowas.
00:51:27: Also in Englisch geht's ja vor allem darum so natürliche und authentische Sprechanlässe zu schaffen.
00:51:33: Hier habe ich mich gefragt, wie kann man das so machen?
00:51:37: Dass es aber auch irgendwie witzig und spannend ist.
00:51:39: Und wir haben... Ich hab bei uns ein Freundeskreis.
00:51:43: Wir haben angefangen, so Krimi-Dinner zu machen.
00:51:45: Ich weiß nicht, ob ihr das kennt.
00:51:46: So kriegt man eine Karte.
00:51:49: Man geht drauf, du bist der und der oder du bist dein Mörder oder was auch immer.
00:51:53: Dann puzzelt man das Stück für Stück zusammen.
00:51:56: Da fängt man richtig an miteinander zu sprechen.
00:52:02: Warum das nicht auf Englisch?
00:52:03: Und weil es passt perfekt zum Thema Crime and Punishment.
00:52:07: Ja, los!
00:52:08: Also da war ich dann Lieke Pauhn... Ich war ein Mafia-Bord der umgebracht worden ist und deren Ziel war es dann in dem Kurs herauszufinden wer das gemacht hat.
00:52:19: Da mussten sie immer in so kleinen Zeitfenstern mit neuen beweisen und sowas.
00:52:25: Ich habe da mal alles erstellt Abschiedsbriefe oder Kameraaufzeichnung und damit mussten sie dann zusammen versuchen herauszufinden, der mich eigentlich abgemorkst hat.
00:52:42: Und
00:52:43: damit schon das Liege Ponder auch Spaß dran hat?
00:52:45: Also du hast ja gerade am Strahlen und am Lachen.
00:52:49: Er hat richtig Spaß gemacht.
00:52:51: Wir hatten am Ende auch so einen richtig dramatischen Reveal mit Theaterstück.
00:52:57: Also die haben dann noch so richtig in ihren Rollen gespielt.
00:53:02: Ja, das war schon cool!
00:53:03: Also Nick war übrigens der Mörderer, da muss ich dazu sagen... Das ist deswegen
00:53:09: so gut im Kopf geblieben ja?
00:53:11: Der war auch richtig gut.
00:53:12: also das kann bis zum Ende nicht raus dass er das gewesen ist.
00:53:16: Ich würde mal interessieren wie erlebst du denn aus deiner Sicht die Schülerschaft?
00:53:20: Du bist jetzt elf Jahre Lehrer, sind die... also wie schaffst du es dir zu begeistern und wie siehst du auch den Punkt der Begeisterungsfähigkeit in einem Zeitalter?
00:53:30: In dem ich sage mal jetzt die Aufnahmefähigkeit immer geringer wird und so weiter.
00:53:36: Wie erlebst du das?
00:53:41: Ich finde die Frage interessant weil ich merke dass bei mir am Unterricht sogar nicht.
00:53:53: Meine ersten Ziele sind immer eine Gemeinschaft herzustellen, sei es meine eigene Klasse oder mein Kurs und mit denen eine Beziehung aufzubauen.
00:54:03: Also nicht nur die untereinander sondern ich auch mit denen.
00:54:06: Und versuche auch hier und da mal ein paar witzige Sachen einzubauen.
00:54:11: Die merken dann dass sich Spaß dran habe und das ich auch gerne Spaß habe mit den Unterrichtshalten auch wenn einige teilweise echt bisschen...
00:54:23: Ja, wir kennen das alle.
00:54:24: Aber man kriegt
00:54:25: da immer irgendwie was hin und viele merken dann dass sie dadurch spielerisch lernen und tatsächlich auch Lernzubechser haben.
00:54:36: Wer hätte es gedacht?
00:54:38: Und fühlen sich dadurch... Dann sind wir wieder bei Selbstwirksamkeit.
00:54:41: Fühlen sich an selbstwirksam und merken Das was ich da mache ergibt ja irgendwie auch Sinn und das bringt etwas so dass ich da auch gar nicht viel diskutieren muss wenn ich sage bei so richtig langweiligen Sachen.
00:54:53: Komm, wir müssen uns da jetzt einmal gemeinsam, na wichtig gemeinsam, da mal durcharbeiten.
00:54:59: Dann machen sie das auch weil Sie das Vertrauen haben dass die am Ende was davon haben und es auch relevant ist.
00:55:06: Ja ich glaube das ist das am Ende?
00:55:09: Wie machst du das Julian?
00:55:10: Wenn du sagst Beziehungsarbeit ist relevant.
00:55:13: Ich folge dir auf Instagram seit Neustem Und finde da einige richtig coole coole Posts zum Thema Beziehung Arbeit.
00:55:21: Das warum haben wir ja schon hinreichend jetzt besprochen, das viel würde mich mal interessieren.
00:55:25: Wie kriegst du das denn?
00:55:26: Du kriegste neue Klasse elf!
00:55:29: Wie sorgst du dafür dass die Beziehung setzt?
00:55:34: Erstmal diagnostizieren.
00:55:35: also was ist deiner Klasse eigentlich los?
00:55:39: ich habe häufig Klassen gekriegt wo es erstmal nicht so rund lief in den vorherigen Jahr gingen um sie dann sozusagen auch Vordermann zu bringen weil ich da sehr schnell drin bin Dynamiken zu lesen und dann entsprechend auch Maßnahmen zu generieren.
00:55:56: Also wenn da vor allem in so Mobbingfälle sind, dann löse ich die erstmal auf.
00:56:01: Wenn da Schülerinnen und Schüler sind, die sich wenig zutrauen, dann arbeite ich daran.
00:56:08: Ich verbrücke mit allen immer jede Woche irgendwie ins Gespräch zu kommen, immer wieder zu gucken was ist gerade los?
00:56:15: Auch bei den Stillen nicht nur bei denen die laut sind Weil mit denen hat man sowieso zu tun.
00:56:20: Das
00:56:21: Schweigemädchen nennst du?
00:56:22: Ja,
00:56:23: genau!
00:56:24: Und das ist das eine und das andere ist eben dass ich da auch ganz ehrlich und offen immer kommuniziere warum ich Dinge mache wie sie machen warum mir das wichtig ist.
00:56:39: also ich hole sie überall auch mal ab auf der Seite der Schülerinnen und Schülern, ich gehe da gerne zu so diese gruppendynamischen Prozesse einmal durch.
00:56:49: Also erst mal das Forming dann kommt das Borming, dann das Norming und das vierte vergesse ich immer.
00:56:57: Tagmann, ja, Performing.
00:57:00: Genau!
00:57:01: Ja geil bei der Slogan.
00:57:05: Was ich häufig erlebe ist dass man in eine Klasse geht Ja, die kennen sich ja schon.
00:57:12: Deswegen muss das hier auch irgendwie laufen nur weil die jetzt irgendwie schon richtig.
00:57:16: Aber das muss man einigen nochmal nehmen glaube ich.
00:57:20: Also man muss mit jeder Gruppe immer wieder neu anfangen und die überhaupt erst mal zueinander führen.
00:57:27: und so Richtig mein Unterricht am Anfang auch aus dass es erstmal ganz viel Austausch zwischen den Menschen gibt Dass sie sich als Gruppe kennenlernen, dass sie mich kennenlern.
00:57:37: Erst dann ist überhaupt Daran zu denken auch, sage ich mal herausforderndere Sachen zu machen.
00:57:46: Weil darauf müssen sie sich hier einlassen können
00:57:50: und fähr lassen können.
00:57:51: Die muss man sich auch fährlassen können ja?
00:57:53: Ja!
00:57:53: Wir müssen auch sehen dass da einen Mensch vor ihm ist der das nicht nur macht weil das sein Job isst Und er hat es dann abgehakt weil Das Angebot des Lernens hat er gemacht.
00:58:04: Dann schreiben die die Klausur und dann geben Sie das wieder zurück und dann hast du es geschafft oder nicht Sondern wenn man dann, genau.
00:58:12: Wenn man mit denen aber immer wieder ins Gespräch geht.
00:58:14: also das ist halt das was ich unter Beziehungsarbeit verstehe.
00:58:17: Immer und immer wieder auch zu diagnostizieren.
00:58:21: Was ist gerade los bei den?
00:58:23: Wo kann nicht andocken wo gibt es zwischen den Schülerinnen und Schülern auch Probleme die wo ich da noch einfach Zeit investieren muss.
00:58:32: Das was du sagst lässt sich ja eins zu eins auf Lehrerkollegien übertragen.
00:58:37: Da gibt's ja auch die, ja absolut.
00:58:39: Da gibt es ja genauso die Dynamiken und die Gruppenbildungen... ...und die Animositäten.
00:58:45: in Faktisch jeder Gruppe von Menschen ist das ja deswegen auch in Lehrerkollegien.
00:58:50: Und da tut man ja auch gut dran dafür zu sorgen dass es irgendwie läuft weil sonst anstrengend wird ne?
00:58:56: Wie haben wir das in der Folge mit Rudi Rode genannt?
00:58:58: irgendwie das soziale Schmiermittel oder so.
00:59:00: Das klingt so ein bisschen unangenehm aber die Beziehungsarbeit ist der soziale Kit genau.
00:59:05: Ich sag lieber Schmiermittel, weil da ist die Metapher von den Zahnrädern so schön.
00:59:09: Auch wenn du Sand im Getriebe hast und es richtig Öl drin ist, dann läuft das trotzdem einigermaßen durch ohne zu gehen Hitze zu generieren.
00:59:17: Voll!
00:59:17: Und ich bin deswegen auch noch ein klassisches Beispiel zu geben Thema Klassenregeln zum Beispiel.
00:59:26: Ich könnte jetzt durch alle Klassen Deutschlands laufen und ohne auf das Plakat zu gucken was ja immer ganz brav irgendwo hängt Kann ich jetzt sofort runterbeten, was da draufsteht?
00:59:38: Wir respektieren
00:59:39: einander.
00:59:40: Ja genau und dann lassen wir
00:59:41: uns ausreden.
00:59:43: Was zeigt das eigentlich?
00:59:44: Also was heißt das konkret?
00:59:46: Das ist ja immer nur eine Osei-Pädagogik.
00:59:50: Die Lehrkraft kommt in der ersten Stunde rein total lichtbewusst und sagt komm!
00:59:55: Wir als Gruppe setzen es jetzt erstmal regeln Und dann müssen die Schülerinnen und Schüler raten, was sie Lehrkraft hören möchte.
01:00:03: Weil das sind ja immer nur Anpassungssachen, die für die Lehrkraft den Job einfacher macht.
01:00:08: Aber es ist ja kein... Es sind ja keine Schülerinteressen, die dahinterlegt sind.
01:00:14: Also da ist der sozusagen das, was so gänzlich gegen diese gruppendynamischen Prozesse geht.
01:00:20: Ich kann ja nicht mit dem Norming anfangen und sagen ihr kennt euch zwar noch nicht und ihr kennt mich nicht aber wir machen jetzt erstmal Regeln.
01:00:28: Und ja, ich glaube das ist sozusagen symptomatisch dafür.
01:00:34: Wie in Schule und du hattest es gerade angesprochen auch im Kollegium so eine Phasen einfach übersprungen werden weil man mal naja also z.B.
01:00:43: bei Lehrkräften wir sind alle erwachsen und wir sind ja Akademiker und studierte Menschen Wir kriegen da schon irgendwie so hin.
01:00:50: Also dass das Blödsinn ist wissen wir glaube ich zumindest die sich jetzt anhören.
01:00:55: alle
01:00:55: Sprichs mir aus dem Herzen
01:00:58: Mir auch absolut.
01:00:59: Julian, brichst du auch manchmal Regeln in der Klasse?
01:01:04: Ich?
01:01:05: Ja voll!
01:01:11: Also erst mal haben wir kein Regelkatalog bei uns im Klassenzimmer den wir irgendwie am Anfang gemacht haben sondern unsere Klassenregeln kamen erst zum halb Jahr und zwar basierend auf den Interessen der Schülerinnen.
01:01:27: Da kam so was raus wie wir schmeißen keinen Restmüll mehr bei uns im Klassenzimmer weg.
01:01:35: Das ist geboren aus der Situation, dass aus dem Mülleimer ganz viele Fruchtfliegen geboren worden sind.
01:01:42: Es war eine Pest und die haben sich also selbst und auch uns Lehrkräften die Regel auferlegt.
01:01:48: Wir schmeißten den Restmüllt der Gammelt außerhalb des Klassen Zimmers natürlich da in die Mülleima weg.
01:01:57: Und die haben eine Regel gewünscht Schutz vor Bloßstellung.
01:02:05: Da ging ganz konkret darum, dass sie nicht ungefragt dran genommen werden möchten weil sie als Bloßstellungen empfinden und nicht als förderlich.
01:02:17: Das ist natürlich für mich auch und alle anderen Lehrkräfte erstmal so ein Einschnitt, weil laut Schulgesetz darf ich das Aber nur weil ich etwas darf, ist es ja nicht gleich sinnvoll.
01:02:28: Und das war für mich auch natürlich ein Learning und wenn ich jetzt zum Beispiel jemanden aus Reflex dran genommen habe, dann hab' ich mich dafür natürlich erst mal entschuldigt und dann nochmal sage ich komm wir reden noch einmal drüber Ich muss das auch noch lernen.
01:02:44: also ich hab sie auch wirklich mitgenommen und den gezeigt ich muss auch lernen.
01:02:48: Also es geht ja auch eine ordentliche Fehlerkultur.
01:02:51: Auch ich mache das Authentizität
01:02:52: auch ne?
01:02:53: Ja genau Und dass ich das aber auch ernst nehme.
01:02:58: Das andere, also zumal die meisten anderen Regeln sind ja auch irgendwie in der Hausordnung oder im Schulgesetz oder sonst wo von Ort.
01:03:07: Die breche ich natürlich nicht.
01:03:12: Der Heli hast du schon gehört?
01:03:13: Genau.
01:03:14: Ich breche nur eine und jetzt kommt es nämlich raus und dann werde ich wahrscheinlich gefeuert... Wir haben bei uns, das haben viele Schulen garantiert auch immer noch weil es auch aus dieser Anpassungskultur kommt.
01:03:32: Wir haben die Regelung in der Hausordnung dass man nicht im Unterricht essen darf und ich erhalte diese Regel für so unendlich unsinnig
01:03:43: und
01:03:45: ich kriege es nicht hin, dass wir das aus der Hausordnungen rauskicken.
01:03:52: Ich nutze mein Recht der Remonstration, sage dass ich da nicht zustimme und ich teige jetzt auch durch meine Handlung in dem ich esse.
01:04:03: Also ganz ehrlich!
01:04:05: Ich erlaube das auf den Schülerinnen und Schülern.
01:04:07: also die dürfen erst mal trinken solange das den Unterricht nicht stört.
01:04:14: Wenn andere sich dadurch gestört fühlen ist es dann wieder verboten.
01:04:18: Ich stehe auch nicht vorne, ich hab immer meine... alle Schülerinnen und Schülern die das hören und mich gerne wissen.
01:04:24: Ich habe mal vorbereitet mein Haferbrei mit allerlei Zeug drinnen.
01:04:31: Ein Weckblatt oder steh ich da mit meinem Löffel?
01:04:33: Und schaufeln mir das rein!
01:04:35: Ich steh natürlich nicht da vorne während ich gerade was erkläre und schaufle mir daneben her meinen Haferbremsen.
01:04:42: Genauso sollen die Schülerinnen Auch voll mich wie so eine Kuh irgendwie kauen.
01:04:49: Weil da sage ich dir immer, ich bin kein Zahnarzt wenn sie mir ihre Zähne zeigen und die sollen dann auch wenn Sie dann in Gruppen-Arbeitsphasen sind wo es wichtig ist dass man spricht oder wenn sie mit mir da sprechen.
01:05:02: Ich möchte sie ja richtig verstehen.
01:05:03: Mir geht das denn nicht um Respekt sondern es geht um Verstehen.
01:05:08: Wenn Ihnen das hilft, dass sie etwas essen und trinken während des Unterrichts, weil sie es zum Beispiel in den Pausen nicht schaffen.
01:05:15: Oder weil Sie von zu Hause nichts mitkriegen und dann vor mir irgendwie ein Brot kriegen oder was auch immer.
01:05:20: Dann sollen Sie das bitte machen wenn Ihnen das hilft?
01:05:23: Weil das ist doch... Das kennen wir Lehrkräfte doch dann auch!
01:05:26: Bin ich in einer Lehrerkonferenz sitze und habe meinen schönen Haarverbrei nicht gegessen, denn bin ich auch nicht sehr empfänglich für viele Dinge.
01:05:34: Ja, da
01:05:34: singt der Blutzuckerspiegel genau.
01:05:36: Ich bin dann vielleicht auch... Also ich bin mich aufnahmefähig, ich bin vielleicht etwas dünn heutiger Und es ist doch herrnrichtig, das nicht im Unterricht zu erlauben.
01:05:45: Das sage ich dir ganz ehrlich und man möge es mir nachsehen.
01:05:49: aber diese Hausordnungsregel breche ich und das mache ich bewusst.
01:05:53: Ich glaube unser Plazerd hast du hier!
01:05:55: Ich sage immer meinen Schülern wer isst und den Mund voll hat quatscht wen ist es mit dem Nachbarn und ist leise?
01:06:03: und da wird ihr glaub ich niemand irgendwie krumm nehmen.
01:06:07: Was man dir vielleicht krumm nehmen könnte, vielleicht können wir das noch anstupsten.
01:06:12: Ist das Schüler im Unterricht schlafen dürfen?
01:06:16: Moment!
01:06:17: Ja moment!
01:06:20: Jetzt kommt nämlich Nik.
01:06:23: Also Julian, da gibt es noch andere Punkte die dafür feiern dich deine Schüler und jetzt geht's mal weiter mit Nik Achtung.
01:06:34: Absatz von der reinen Wissensvermittlung muss ich sagen was ich viel viel besser fand noch viel prägsaber fand war dass man nicht einfach wirklich so ein schüler in der klasse war.
01:06:45: So du sitzt in einer klasse ja hier hört zu und so war das eben nicht sondern Man war mal wurde als person wahrgenommen.
01:06:53: Und heli hat auch gemerkt wenn es einmal nicht so gut ging oder man mit irgendwie Mit etwas schwierigkeiten hatte zum beispiel im philosophie unterricht Der war leider immer montags zur ersten zweiten stunde.
01:07:05: Das heißt man kann sich denken, wie die Schüler so drauf waren.
01:07:10: Ich natürlich auch.
01:07:11: ich war extrem müde also ich würde mich dann nicht irgendwie rausnehmen.
01:07:15: aber woran ich mich halt sehr gut erinnern kann ist wenn ich mal hinten saß beispielsweise und neben mir Schüler innen saßen Und die halt geschlafen haben oder zumindest den Kopf auf dem Tisch hatten da ist es nicht irgendwie helli hingekommen hier handauf im tisch geklatscht und dann hör mal zu sondern einfach mal sollen die schlafen.
01:07:32: so man kann immer Danach, nach dem Unterricht mal kurz quatschen oder im oberstufen Raum einmal quatsch'n.
01:07:38: Ja Julien!
01:07:39: Da müssen wir natürlich drüber sprechen weil das interessiert ganz viele die uns auch hören.
01:07:44: So und wir könnten jetzt natürlich eine Überschrift wählen nach dem Podcast irgendwie Lass sie doch schlafen ja?
01:07:50: Das würde mit Sicherheit Klicksgenerieren.
01:07:52: Ich glaube da bin ich wieder bei meinem Grundthema.
01:07:55: also es geht hier um Grundbedürfnisse.
01:07:57: Ich hatte das gerade schon mit dem Essen angeschnitten und auch vorhin schon.
01:08:03: Wenn das ich da nicht aufnahmefähig ist, also wenn der Mensch vor mir gerade gar nicht in der Lage ist mein Wissensangebot entgegenzunehmen hilft es in der Regel nicht damit Druck zu arbeiten und davon oben auch noch drauf zu hauen und das noch schlimmer zu machen.
01:08:24: Also natürlich kann ich wie Nick das vorgeschlagen hat mit der Hand auf den Tisch klatschen Da zeigen, dass ich der Boss im Raum bin und das man gefälligst.
01:08:33: Wenn ich da meine weisen Worte von mir gebe, dass man mir zuhört so wie es der Respekt nötigt aber das hilft dem Menschen ja nicht.
01:08:45: also wenn die Person gerade extrem müde ist und da gibt's viele gute Gründe warum da jemand müde isst und die meisten davon sind nicht böswillig oder selbst verschuldet dann lass ich sie da gerne schlafen, damit sie dann aufnahmefähig sind auch in den anderen Unterrichtstunden.
01:09:04: von daher gern geschehen an meine Kolleginnen und Kollegen.
01:09:10: Und den Stoff kann man nachholen aber wenn die Person den ganzen Tag wie so ein Zombie rumläuft, ist damit niemandem geholfen.
01:09:19: Da nehme ich mich selbst und mein Unterricht jetzt nicht als wichtig dass ich dem im Wege stehen muss.
01:09:25: natürlich sorge ich dafür im Nachgang dass der Unterrichtsstoff ankommt, weil das dann zum Beispiel Hühnerklausur notwendig ist.
01:09:35: Ich will die ja auch nicht auflaufen lassen.
01:09:36: Es ist nicht so, dass ich sie schlafen lasse und sage Ist auch egal!
01:09:40: Sondern dann redet man darüber.
01:09:42: Nick hat gesagt z.B.
01:09:43: im Oberstufenraum oder was ich mittlerweile mache... Das nennt sich bei mir Nacharbeit.
01:09:52: Man darf ja nicht mehr nachsitzen nennen sondern
01:09:55: Nacharbeit unter Aufsicht.
01:09:57: Echt dich?
01:09:59: Da hat jemand das Schulgesetz ordentlich gelegen.
01:10:05: Ich habe da nämlich für mich jetzt immer in der siebten achten Stunde, die ich am Freitag direkt vor dem Fußball sozusagen.
01:10:13: Die haben eh frei und ich biete das jetzt schulweit einfach an alle, die irgendwie lernen und arbeiten möchten oder müssten weil ich ihnen das auftrage und sage komm mal bitte vorbei.
01:10:25: Zum Beispiel hast du in der Klausur schlecht abgeschnitten.
01:10:27: Mir ist wichtig, dass du es aber verstehst und dann holen wir das danach in so einem schöneren Raum, der nicht mit Pistgelben Wänden bemalt ist.
01:10:37: Also übrigens grauenhaft.
01:10:38: Ich weiß nicht was ihr für Farben wollte im Klassenzimmer über diese Pistgelbe?
01:10:42: Wir sehen bei uns nicht viel Farbe weil so viele Löcher in der Wand sind.
01:10:45: Schöne!
01:10:45: Auch gut.
01:10:49: Da zum Beispiel schicke ich dir deine Hände und sag komm Freitag siebter Achte, dann gehen wir das im Schnelldurchlauf durch.
01:10:55: Man muss ja nicht immer den ganzen Zirkus machen, nur das Wichtigste und dann holen wir das nach!
01:11:01: Gar kein Problem.
01:11:03: aber es ist mir wichtig dass Sie's mitnehmen.
01:11:06: Und da bist du wieder bei Leistungsgedanken ne?
01:11:08: Es gibt elementare Dinge die existenzieller sind als Leistung und das schwingt ja wieder mit
01:11:17: Und ich stecke da ja auch nicht in der Person drin.
01:11:20: Ich weiß ja gar nicht, was sie gerade bewegt.
01:11:22: Ich weiss nicht, wat's da los ist?
01:11:23: Es kann ja auch sein, dass die... keine Ahnung, am Abend vorher gab es einen richtig heftigen Familienstreit völlig aufgelöst, konnte nicht schlafen.
01:11:33: Kommt dann nächsten Morgen in die Schule.
01:11:35: Also schleppt sich dahin!
01:11:37: Das rechne ich hier schon hoch an, setzt sich bei mir erste Stunde in den Philo-Unterricht Legt den Kopf auf dem Tisch und pen, weil die Person so erschöpft ist.
01:11:46: Und dann komme ich um die Ecke und schlag auch
01:11:48: einen Tisch.
01:11:49: Obwohl der da extra hingekommen ist?
01:11:51: Genau!
01:11:51: Und fordere noch Respekt ein was ihr völlig falsch finde... ...und verschlimme mir das Problem.
01:12:01: Und
01:12:02: zerstörst die Beziehungsebene.
01:12:06: Man kappt dann eventuell in deren Kopf die Bezierung.
01:12:09: Da verlieren Sie das zusätzlich auch noch.
01:12:12: Wir hatten ein paar ... Ein paar Episoden.
01:12:15: vor unserem Gespräch hier, Julien, hatten wir Rudi Roder, einen Konflikttrainer im Gespräch und der hat einen Spruch gesagt, er hat sich richtig eingebrannt bei mir.
01:12:23: Rudi hat gesagt die Durchsetzung einer Regel auf Kosten der Würde von Schülern ist immer ein Verlust.
01:12:31: Das fand ich so plus-minus, hat er das gesagt?
01:12:33: Die Durchsetzungen einer Regel!
01:12:34: Auf Kosten der Würde Da gibt's nichts hinzuzufügen,
01:12:42: ja?
01:12:43: Was ich durchziehe wie ein roter Faden Julien.
01:12:45: Das ist deine uneingeschränkte Empathie für alle Beteiligten mit denen du zu tun hast.
01:12:53: Sowohl dass du versuchst dich empathisch hineinzuversetzen in deine Schülerinnen und Schüler aber auch in deiner Lehrerin und Lehrerkollegen.
01:13:00: also das ist etwas was dich auszeichnet.
01:13:03: Ich glaube es wurde total deutlich in dem Gespräch bisher.
01:13:08: Bist du bereit für Niks nächstes Statement?
01:13:12: Meine Güte, der Nik hat ja richtig.
01:13:16: Also acht Minuten ist schon echt krass!
01:13:19: Acht Minuten also.
01:13:20: und vor allen Dingen er hat auch immer so schöne Denkpausen zwischendurch und du merkst wie leidenschaftlich gern ihr auch diese acht Minuten investiert hat um dir das mitzuteilen.
01:13:29: allein dass es schon... Liebe geht raus.
01:13:34: Also,
01:13:36: ich werde mal eine weitere Passage vorspielen und du kannst wieder Malstellung beziehen.
01:13:44: Selbst Themen wie Berufsorientierung beispielsweise waren Themen die für mich sehr stressig waren.
01:13:50: und wohin begibt man sich da?
01:13:54: als sechzehn-sebzenjähriger Schüler der keine Ansprechperson hat oder so was?
01:14:01: Bezüglich Beruf oder sowas?
01:14:03: ... die gewisse Ahnung hat, in welche Richtung es nach der Schule gehen soll.
01:14:07: Weil ich hatte damit sehr große Probleme gehabt, weil ich einfach... ...in alle Richtungen am besten gehen wollte.
01:14:12: Da hat Hallis geschafft, Berufsorientierung ins Laufen zu bringen.
01:14:17: Zumindest ist das so bei mir rübergekommen und... ...hat dann uns immer e-mails weitergeleitet wann es denn freie Termine zur Berufs Orientierung gebe.
01:14:25: Dann konnten wir mit der Berufsagentur für Arbeit darüber sprechen und austauschen.
01:14:32: Das sind genau diese kleinen Sachen die man vielleicht sich jetzt erstmal nicht bewusst ist, aber die trotzdem fürs Leben eine sehr große Rolle spielen.
01:14:41: Man denkt sich vielleicht so
01:14:42: okay
01:14:43: ein Lehrer hat jetzt die Mail weiter geleitet Aber so ist es eben nicht.
01:14:48: wenn's von Heli kommt dann weiß man dass das hat einen Effekt und sowas auch für mich.
01:14:53: also ich könnte dadurch gut rausfinden was ich möchte und was ich auch nach der Schule machen möchte.
01:15:01: Der Nick hat dank dir einen Weg gefunden, wie er sich nach der Schule weiterentwickeln will.
01:15:07: Wie gehst du da genau vor?
01:15:08: Ist das Bauchgefühl?
01:15:10: Habt ihr eine Methodik?
01:15:11: Also abseits dieser ganzen Module die ja sowieso irgendwie alle machen so was wie Uni-Tage und Potenzialanalysen
01:15:19: usw.,
01:15:19: also alles was ja irgendwie auch im Unterricht stattfindet, hatte Nick mir eine Sache schon erwähnt.
01:15:26: Wir haben bei uns immer die Jugendberufsagentur.
01:15:29: Die lad ich ein und die sitzt dann dort bei mir im Büro.
01:15:33: Und mein Büro ist gleichzeitig auch da Oberstufenraum... ...und dann quatschen sie da und können Termine wahrnehmen, und im Nachgang ist es häufig so,... ...dass ich mit denen ganz niedrigschwellig im Oberschufenraum sowieso immer auf so Themen komme.
01:15:52: Gerade jetzt ganz spannendes Thema wo ich merke dass ihr das beschäftigt.
01:15:58: welche Berufe wird es überhaupt noch geben in vier, fünf, sechs Jahren.
01:16:05: Und da wage ich mich immer nicht so gerne eine Prognose weil's einfach schwer abzuschätzen ist.
01:16:11: Ich stelle da ne Frage, was interessiert dich eigentlich?
01:16:14: Also ganz schön...
01:16:16: Lernbegleitermäßig!
01:16:17: Mit
01:16:18: gesunden
01:16:18: Menschenverstand.
01:16:20: Dann liegt der Ball bei ihm und dann sagt er etwas und dann gehts ja darum weiter Nachfragen zu stellen, sodass man irgendwann dazu kommt, dass der Mensch voreinander gut begründen muss und auch an Werten orientieren muss.
01:16:36: Warum er oder sie sich für das oder jenes entscheidet?
01:16:42: Also eigentlich frage ich immer nur so lange bis die dann so genervt sind, weil sie nicht mehr weiter sind.
01:16:47: Dann müssen wir uns entscheiden.
01:16:49: Naja, in diesem Dialog wird einem sehr schnell klar was einem wichtig ist.
01:16:55: also Warum will ich denn jetzt BWL studieren?
01:16:59: Oder warum will ich nicht, ist das überhaupt mit meinen Zielen vereinbar.
01:17:05: Also Abseits von Beruf und plötzlich macht alles irgendwie klick.
01:17:09: Das sind aber so niedrigschwelligen Spriches überhaupt mich aufgesetzt.
01:17:13: Es ist nicht so dass ich mich mit ihm abrede und sage komm wir setzen es jetzt zehn Minuten hin.
01:17:19: Dann kommt Nik um die Ecke beim Oberstufungraum und sagt hey ich habe darüber nachgedacht ich will irgendwie was machen.
01:17:25: Das klingt, als ob sich das organisch entwickelt.
01:17:27: Also weniger systematisch-strategisch sondern organisch entwickelt und du hast so nämlich nicht.
01:17:33: jetzt war auch eine krasse sozialemotionale Intelligenz und ein Gespür was irgendwelche Bedürfnisse uns angeht ja.
01:17:41: Und es ist offensichtlich das Resultat dessen dass zum Beispiel jemand wie Nick einfach Julian dir zu hundert Prozent vertraut.
01:17:48: also diese Beziehungsebene so ist dass man sagt boah mit Herrn Lie kann ich einfach das echt gemeinsam rauskriegen.
01:17:54: und auch eine kurze Ergänzung.
01:17:56: Es gibt ja diese Methodik Frage fünfmal, warum?
01:18:01: Um so sehr in die Tiefe zu gehen, warum studiert... Warum willst du BWL studieren?
01:18:06: Ja ist eigentlich ganz gut euch mal gehört so, ja um warum?
01:18:09: Ja kann ich ganz gute Geld verdienen!
01:18:11: Ja um warum musst du viel Geld verdienten?
01:18:13: Also diese fünfmal warum?
01:18:15: Und da brauchst du ja keine, soll ja auch ermutigend sein für die Lehrkräfte da draußen.
01:18:19: Da brauchst Du keine Lerncoaching-Ausbildung, da brauchste Du ja echt nur gesunden Menschenverstand und eine gute Beziehung zu den Schülerinnen
01:18:27: oder?
01:18:28: Und ein ehrliches Interesse auch daran.
01:18:30: also es ist ja nicht so als würde ich einfach noch ein Programm abspulen sondern dann wird mir da was erzählen.
01:18:35: dann finde ich das interessant und ich stelle dann einfach wirklich ne ehrliche Nachfrage Warum, also ich habe jetzt gerade heute von der Schwester einer ehemaligen Schülerin gehört.
01:18:51: Dass sie sich jetzt entgegen aller Prognosen irgendwie doch nicht so für BWL und sowas entschieden hat sondern für das Grundschullehramt vor allem mit dem Blick zu sagen näher weil die will ja auch eine Familie gründen und es ist mir dann wichtig Auch da denke ich wieder, wie geil.
01:19:13: Dass mich interessieren so eine Gründe hier auch.
01:19:16: Also warum entscheidet man sich für sowas?
01:19:20: Und vielleicht ist das einfach nur natürliche Neugier oder mein Phylogenie-Studium.
01:19:27: Da wird auch immer ständig warum gefragt.
01:19:29: Ja genau.
01:19:34: Julian... Zum Abschluss jetzt, also wir haben drei Statements von Nick gehört.
01:19:40: Aber ich finde es ist auch ganz schön wenn was damit langsam ausklingen lassen weil... Wir haben damit nämlich auch gestartet dass wir gesagt haben wir holen ja die Lehrkräfte weil die Schüler sagen sie bringen mich in meiner Persönlichkeit und meine Entwicklung unglaublich voran.
01:19:55: Also diese Lehrkräften und dann auch Vorschlagen für den deutschen Lehrkräftepreis Und deswegen wollen wir mit einem Statement auch so Ja das Ende einläuten dauert So eine Minute, dreißig gleich und ich habe mir aufgeschrieben.
01:20:07: Ich weiß nicht wie diese Schülerin heißt.
01:20:09: Vielleicht weißt du es aber sie hat Folgendes über dich gesagt in anderthalb Minuten.
01:20:16: Hallies Unterricht war etwas so als hätte man Schule etwas simpler bekommen als manch anderes hatten.
01:20:22: damit meine ich dass ich all die guten Aspekte von Schule in seinem Unterricht mitbekommen hab.
01:20:26: also er hat das sehr effizient gestaltet.
01:20:28: ich habe jede Stunde was Neues gelernt Und ich hatte auch jede Stunde das Gefühl, dass ich gerade auf mein Abitur vorbereitet wurde.
01:20:34: Also ich bin da gar nicht so nervös reingegangen.
01:20:37: Er hat sich die Mühe gemacht, das unterhaltsam wie möglich zu gestalten und damit bin ich auch sehr dankbar.
01:20:42: Aber für mich war es viel wichtiger, dass all die negativen Aspekte von Schule ein bisschen weggefallen sind.
01:20:47: Ich freue mich total, weil ich weiß noch, wie gut sie abgeschnitten haben in den Abiturschussern.
01:20:53: Ihr habt auch gerne mal hier und da ein bisschen geträumt und ich habe sie einfach träumen lassen
01:20:58: Aber nicht schlafen, ja.
01:21:01: Ich wollte es grad euphemistisch ausdrücken.
01:21:06: Aber das ist deswegen glaube ich einfach mal ein ganz guter Beweis dafür dass obwohl man da vielleicht auch immer pennt und das er nachholt dann trotzdem extrem gut abbiehen machen kann weil sie war wirklich extrem gut Freut mich.
01:21:26: Ich finde interessant, was die für eine Wahrnehmung haben.
01:21:31: Also alle negativen Sachen von Schule entfernen.
01:21:34: Also ich frage mich die ganze Zeit, was das genau heißt?
01:21:41: Wenn ich das jetzt mal so für mich zusammenfassen müsste... ...ich find es total beeindruckend Julian dass du das schaffst zum Beispiel zu sagen okay wenn jetzt ein Schüler Schlafen muss dann lass ihn schlafen.
01:21:54: frag nachher was los ist und warum das ist, dass trotzdem zum beispiel ein und dieselbe Schülerin grandios in der Schule sein kann.
01:22:05: Ja also weil man ja so denkt die Pentrum könnte man jetzt unterstellen es wird nie was.
01:22:10: und dann gibt's manche die dann sagen würden mit der Einstellung schaffst du das nie usw.. Du interessierst dich aber für ihr Leben, für sie als Mensch und versuchst herauszufinden warum das jetzt so gerade so ist.
01:22:22: Und warum sich Schüler so verhalten wie sie sich verhalten?
01:22:25: Und bleibst deswegen immer auf einer guten Beziehungsebene mit ihnen... ...und verlierst sie nicht!
01:22:30: Und dadurch haben Sie immer wieder die Möglichkeit aufzublühen.
01:22:33: Und herauszuf finden wer sie wirklich sind, wer sie sein wollen in der Zukunft.
01:22:39: Mit deiner zuversichtlichen ... Begleitung und ... ja, Lernbegleitung.
01:22:47: Hauptpunk!
01:22:47: Hauptpunk mit deiner Hauptpunk-Mentalität die du zu hundert Prozent versprüst... ...und dabei auch noch was Gutes in deiner Kommune und Gemeinschaft
01:22:57: machst.".
01:22:57: Das war jetzt schon mein Abschlussplädoyer.
01:23:00: Warum es sich
01:23:01: lohnt?
01:23:03: Insofern, Tobi.
01:23:04: Warum ist sich lohnen könnte als Klammer auf junger, Klammern zu ... Lehrer, sich in diese Richtung zu begeben.
01:23:14: Von deiner Haltung von all dem was du machst wie du es tust Julian das ist sehr sehr sehr ermutigend.
01:23:20: Danke ich springe direkt auf den Zug auf.
01:23:23: Julien Lee zeigt Wege vom Ich zum Du und warum Ehrenamt ein Weg gegen Leistungsdenken in der Klasse
01:23:30: ist.
01:23:31: Danke Julian dass du da warst.
01:23:34: Vielen Dank dass ich mit euch so entspannt sprechen durfte hat voll Spaß gemacht.
01:23:38: Das können
01:23:39: wir rüber.
01:23:40: Ja, absolut!
01:23:41: Das war ein richtig cooler Abend- und Trock mit dir.
01:23:45: Danke.
01:23:45: Und
01:23:46: wenn Menschen sich jetzt mehr interessieren für das was du tust oder was du machst dann finden sie dich ganz sicher auf Instagram.
01:23:52: Das habe ich ja schon mehrfach gesagt.
01:23:53: Dein Handel hab' ich nicht im Kopf.
01:24:05: Ja, ich bin der dritte Lie nach meinem Daddy und meinem Opa.
01:24:13: Lie
01:24:15: ist das Dirt!
01:24:16: Auf jeden Fall extrem sehenswert können wir nur empfehlen.
01:24:20: Und wir Alex sehen uns ja ... Nee, wir sehen uns gar nicht wieder in der nächsten Episode ne?
01:24:26: Wenn ihr jetzt denkt, schöne Projekte aber am Ende zählt doch was im Zeugnis steht
01:24:31: dann
01:24:32: haben Bianca und ich für nächste Woche genau, für nächste Folge.
01:24:37: Genau das Richtige!
01:24:38: Denn in zwei Wochen fahren wir an eine Schule ohne Unterricht also ohne klassischen Unterricht.
01:24:45: Ohne Schulstunden und Noten gibt's da auch kaum.
01:24:49: Ah, das klingt nach Chaos oder?
01:24:51: Ist
01:24:51: es aber nicht denn die Schülerinnen und Schüler schneiden am Ende beim Abi sogar besser ab als vergleichbare Jugendliche an Regelschulen.
01:24:59: Und wie das gehen soll, da haben wir ja auch schon Verdachte geäußert.
01:25:04: Das schauen wir uns in zwei Wochen an!
01:25:06: Ihr seid herzlich eingeladen wieder dabei zu sein...
01:25:09: Ich war auch schon da und ich kann nur sagen ey das lohnt sich sowas.
01:25:13: Geiles Schwung Julien, du wirst dich da auch ruhig fühlen,
01:25:16: kann nicht mehr
01:25:19: empfehlen.
01:25:21: Wichtig ist genau die Folge erscheint im Schwestern Podcast Wehrkraft bester Job der Welt.
01:25:26: Fragezeichen, Ausrufezeichen gleich mit abonnieren an der Stelle
01:25:30: und in diesem Sinne bis bald tschüss Julian danke dass du da warst fähig hier.
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