VOM FACHLEHRER ZUM MENTOR - Werner Fick - Sek I+II (Informatik, Mathematik, Physik, Robotik)
Shownotes
Er wurde mit dem Deutschen Lehrkräftepreis 2024 ausgezeichnet und für sein außergewöhnliches Engagement als Mentor geehrt: Werner Fick unterrichtet Mathematik, Physik und Informatik am Königin-Katharina-Stift-Gymnasium in Stuttgart. Doch wer glaubt, es gehe bei ihm nur um Lehrpläne und Noten, täuscht sich gewaltig!
In dieser Folge sprechen Alexander und Tobi mit einem Lehrer, der Schule nicht nur als Unterrichtsraum, sondern als Lebensraum versteht. Werner Fick nimmt uns mit auf eine inspirierende Reise: Von intensiven Wochenenden mit seiner Robotik-AG über emotionale Weltfinals in den USA bis hin zu den leisen Zwischenräumen des Schulalltags, in denen echte Beziehungsarbeit stattfindet.
💡 Das erwartet dich in dieser Folge:
Vom Fachlehrer zum Mentor: Warum solides Fachwissen nur das Fundament ist – und echte Vorbildfunktion erst durch Empathie, Zeit und aufrichtiges Zuhören entsteht.
Strahlende Augen nach 12-Stunden-Tagen: Wie die Robotik-AG Jugendliche dazu bringt, freiwillig an Wochenenden und in den Ferien über sich hinauszuwachsen.
Souveränität & Fehlerkultur: Weshalb es Stärke zeigt, wenn eine Lehrkraft vor der Klasse offen zugibt: „Das weiß ich gerade auch nicht“.
Klartext zur Digitalisierung: Warum iPads im Klassenzimmer allein noch keinen besseren Unterricht machen und wo echter Mehrwert für Schüler liegt.
Der Klischee-Check: 10 schnelle Fragen zu Strenge, Korrektur-Frust, Eltern und warum er als Kultusminister am ersten Tag abdanken würde.
Der Geist einer Schule: Wie ein wertschätzendes Haltungsklima das Miteinander über Generationen hinweg prägen kann.
🔥 Für wen ist diese Folge? Ob du selbst vor der Klasse stehst, eigene Kinder durch die Schulzeit begleitest oder dich einfach von echter Leidenschaft für Menschen anstecken lassen willst – diese Episode zeigt eindrucksvoll, welch enorme Strahlkraft Schule haben kann, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Jetzt komme ich in eine Klasse und dann Merz, Emotionen und Aufgeregtheit.
00:00:07: Brutale Sache!
00:00:08: Ich hätte es natürlich sagen können okay egal was da jetzt los ist wir machen jetzt Physik weil wir ein bisschen Stoffdurchkriege aber beim solchen Hintergrund kann ich auch zwei Stunden Wasser zählen da bleibt überhaupt nichts hängen.
00:00:24: Ich habe halt auch Schüler.
00:00:25: die haben halt der halben Probleme gewaltige Probleme.
00:00:29: und dann haben wir in der Schule selber Probleme, die Klasse.
00:00:33: Da läuft es gerade nicht so wie es laufen soll und da rückt dann häufig das fachliche ganz weit in den Hintergrund.
00:00:43: Bei Jugendlichen in der Schule sind halt manchmal Sachen einfach wichtiger als das was auf dem Stutteplan steht.
00:00:53: Nach der ersten Spälschen in der zweiten Stunde haben sie ein Roboter, der tatsächlich fährt.
00:01:00: Wenn wir bei der WHO und der Robert Olympia sind, da sind die Gruppen ja nur drei bis maximal fünf Kinder.
00:01:06: Die haben ein gemeinsames Ziel, die haben die Aufgabe und wollen sie lösen.
00:01:12: Man ist absolut körperlich am Ende aber ein Strahler in den Auge drin.
00:01:19: Weil ich pensoniert bin werde ich am meisten vermissen ...
00:01:22: Den Kontakt zu dem Schüler.
00:01:28: Wir wollen wissen wie ticken Lehrkräfte die aus Sicht unserer Schülerinnen und Schüler einfach inspirierend, motivierend und begeisternd sind.
00:01:36: Und auf diese Art einfach tolle Vorbilder im Lehrberuf!
00:01:40: Ein Podcast von lernlieben.de.
00:01:45: Wir begrüßen heute Werner Fick vom Königin Katharina Stiftgymnasium in Stuttgart.
00:01:51: Hallo Werner!
00:01:54: Ich glaube, es ist wirklich bei dir heute als Gast nicht zu hochgegriffen.
00:01:58: Aber mit dir haben wir eigentlich heute einen ja wohl der bekanntesten Lehrer Deutschlands zu Gast und zugleich sogar einen der beliebtesten wenn man nämlich Schülerinnen und Schüler befragt und von daher mit ein bisschen Aufgeregtheit wie ich ehrlich gesagt zugeben muss.
00:02:12: Von daher freuen Tobi und ich uns heute einfach total dass du jetzt zu Gast bist bei uns oder Tobi?
00:02:17: Ohja absolut!
00:02:19: Ich grüße dich auch Werner und Alex und alle die Zuhören.
00:02:22: schön das ihr wieder da seid
00:02:23: Ja, und natürlich wollen wir jetzt in dieser gemeinsamen Zeit hier im Podcast einfach mal herausfinden.
00:02:28: Werner wenn wir dich hier schon haben warum du eigentlich so beliebt bist?
00:02:32: Und auch so bekannt bist über die Landesgrenzen hinweg.
00:02:35: da werden wir heute mal drauf zu sprechen kommen was dich als Lehrer und als Mensch so auszeichnet Was für Tipps und Tricks du vielleicht auch so für Lehrkräfte generell hast.
00:02:44: und natürlich erst einmal wo und was unterrichtest Du denn überhaupt?
00:02:48: Werner magst du nicht denn gerne erstmal selbst vorstellen?
00:02:52: Ja, hallo.
00:02:53: Mein Name ist Werner Sigg.
00:02:55: Ich bin ... äh ... ... fifty-six Jahre alt.
00:03:00: Ich habe in Stuttgart Mathe und Physik auf Lehramt studiert und bin seit dem Jahr zweitausend fest am Königin Katharina Stist als Lehrer und unterrichte da Mathe, Physik Informatik, IMP und alles Mögliche was so mit Mathe & Physik informatik zu tun hat.
00:03:22: Was ist IMP?
00:03:24: Informatik, Matefysik.
00:03:26: Das ist so ein, ich sag mal, Kobifach das wir vor zehn Jahren eingeführt haben, dass aber jetzt wieder abgeschafft wird.
00:03:36: D.h.,
00:03:36: die jetzige Siebtgläser sind die letzten, die das dann durchziehen.
00:03:42: und dann gehen wir wieder zurück zu NWT Naturwissenschaft & Technik.
00:03:46: Der Grund ist einfach mit dem neuen Lehrplan.
00:03:49: Es ist jetzt flächendeckend, also von Klasse sieben bis elf Rauf Informatik drin und deswegen ist dann das Fach IMP Informatich Mathis Physik dann aus Sicht vom Kultusministerium überflüssig.
00:04:07: Ja und man kann als Schule wieder von neu anfangen immer mal wieder was neues planen und sich zusammensetzen.
00:04:13: Übrigens total redundant, weil jede Schule das dann machen muss.
00:04:17: Ja, IMP waren jetzt nicht ganz so viele Schulen die das eingeführt haben.
00:04:22: Lächtig war es halt nur diejenigen, die erst vor zwei Jahren umgestiegen sind, weil die Abschassungen, die gerade sehr kurz gestiegen.
00:04:31: Werner!
00:04:32: Jetzt ist es ja meistens so dass Lehrerbiografien nicht im Klassenraum anfangen wenn wir Lehrer sind Sondern meistens, dann waren wir an unsere eigene Schulzeit zurückdenken.
00:04:44: Was war dein prängender Lehrermoment früher als du noch zur Schule gegangen bist?
00:04:49: Im Guten oder im Schlechten?
00:04:50: gab es da sowas?
00:04:52: Ja eigentlich schon in der ersten Klasse weil Kindergarten war für mich ich sage mal eher so sehr unbeliebt habe ich gar nicht wohl gefühlt.
00:05:04: In der Grundschule erste Klasse mein Klassenlehrer Dr.
00:05:07: Kressler Den fand ich so richtig gut, toll.
00:05:11: Schule war schön.
00:05:14: Kunde was lernen ist haben was zeigt worden das fand ich gut und da war eigentlich schon der erste Gedanke.
00:05:23: ja so wieder Herr Kressler so möchte ich eigentlich auch werden.
00:05:27: Ich höre ich dazu recht schon sowas wie Förderung raus also Verzeihung forderung bei dir.
00:05:34: wir werden uns heute auch über fördern und fordern unterhalten Und das klingt so, als ob du sagst in der Grundschule wurdest du dann gefordert und herausgefordert?
00:05:41: Oder hat es noch einen anderen Grund.
00:05:44: Naja also im Unterschied zu heutigen Kinder konnte ich in der Grunnschule also anzeigen erste Klasse, ich konnte meinen Namen nicht schreiben.
00:05:56: Also ich konnte eigentlich
00:05:58: ja
00:05:58: nix... Meine Eltern, mein Vater Der wollte, bevor ich in die Grundschule komme, dass sich schwimmen kann.
00:06:06: Meine Mutter war drauf, dass ich auf jeden Fall die Uhr kann.
00:06:10: und das war alles auch bei uns damals im Kindergarten.
00:06:13: da gab es jetzt nicht so diese Förderung Anfang Schreibunterricht und sowas.
00:06:19: Das gab's für uns damals noch nicht.
00:06:22: Ja, ich verstehe ja
00:06:24: Ich finde auch sehr interessant.
00:06:25: viele sagen ja im Kindergarten, da konnte ich noch freispielen.
00:06:29: Da musste sich nicht funktionieren und so weiter.
00:06:32: Und dann in der Schule muss ich auf einmal all das machen.
00:06:37: Aber bei dir scheint es genau umgekehrt zu sein dass du das irgendwie brauchst schon früh?
00:06:43: Ja also dieses gemeinsame Spielen oder so.
00:06:48: Dann waren halt die anderen haben ja das Spielzeugauto weggenommen.
00:06:55: Ich habe mich da nicht wohlgefühlt, überhaupt nicht.
00:06:57: Und manche Sachen habe ich im Kindergarten tatsächlich hinterfragt.
00:07:03: also die anderen, die mit mir drin waren, die fanden das super toll!
00:07:08: Mit Fingerfahren auf dem Fenster oder was zum Malen hab' ich nie verstanden warum er das macht.
00:07:14: Ich weiß von meiner Mama... Die war immer drauf, dass mich die Fenster sauber sind und weh da ist irgendwas drauf.
00:07:22: Und jetzt schmiert
00:07:23: mir hier im Kindergarten die Fenstern voll und dann auch noch mit der Hand.
00:07:28: Ich habe meinen Vater immer geholfen, der irgendwas gestrichen hat und wehh... Da war denn irgendwas sauber an den Finger oder so?
00:07:35: Jetzt schmierte man mir das Finger am Fenster rum.
00:07:38: Baaah!
00:07:38: Hab ich nie verstanden.
00:07:41: Dass du das aber auch noch weißt.
00:07:44: Das scheint, dass es in dir Erinnerung zu sein die auch am lebendigsten ist ne?
00:07:47: Das finde ich ganz interessant.
00:07:49: ja!
00:07:49: Ja und gleichzeitig... Ich habe mir das nämlich mal angeschaut Werner.
00:07:53: also Du bist wirklich einer der Lehrer über den man am meisten im Netz findet.
00:07:58: Man kann die KI fragen Über dich und kriegt tolle Ergebnisse.
00:08:02: Übrigens der erste Satz ist immer erst Einer der beliebtesten Lehrer Deutschlands.
00:08:06: was daraus kommt Im SWR warst du im SWR eins Studio und dort hört man vierzig, fünfvierzig Minuten glaube ich dir sehr gerne zu für die breite Öffentlichkeit wo du finde ich ein sehr gutes Statement loslässt für den Lehrer Job.
00:08:24: Und gleichzeitig hast du in einem deiner Berichte gesagt Ich zitiere ich bin mein ganzes Schulleben gern in die Schule gegangen kommt ja jetzt so ein bisschen deutlich.
00:08:35: Wie könntest du das auch ausschmücken?
00:08:38: In der ersten Klasse ist noch nicht so der Druck da, aber selbst dann später in den elf zwölf dreizehn?
00:08:45: Ja also zwischen drin... Also für mich war eigentlich schon klar dass ich nach der Grundschule dann aufs Genasium wechseln In Klasse sieben, da war es dann tatsächlich ein bisschen, ich sage mal für mich schwierig.
00:09:02: Weil Mathe war ich in der Grundschule immer gut.
00:09:06: aber in der siebten Einführung Prozentrechnungen und dann anfang allgebracht rechnen mit Variablen so das habe ich nicht kapiert und dann hab' ich in Mathe einen Vierer gehabt.
00:09:19: War mir schlecht ist die Sache Irgendwie, in Klasse VIII habe ich dann neun ... das war ein kleiner Tiefpunkt.
00:09:30: In der VIII haben wir neue Mathelehrer gekriegt und ab da ging es aufwärts.
00:09:37: Ein bisschen schwierig war nach dem Zehnten, weil so aus meiner Klasse damals etwa die Hälfte ist raus und hat Lehre angefangen.
00:09:50: Und quasi mein ganzes, fast mein ganzer Freundeskreis war dann weg.
00:09:55: Und so der Anfang in den Elften, der war tatsächlich schon schwierig, weil man dann immer auch zusammengelegt wurde mit der Parallelklasse.
00:10:07: Ja das war nicht so schön!
00:10:10: Aber Unterricht war gut, die Schule war gut...
00:10:14: Du warst aber nicht an der gleichen Schule, an der du jetzt unterrichtest?
00:10:18: Ja, okay.
00:10:19: Soll
00:10:19: ja geben, ne?
00:10:20: Es gibt ja so Lehrer, die dann dahin wieder zurückkommen und das ist gar nicht so selten.
00:10:25: Ich hatte meine Kollegin, die halt am König Katarina Stiest Abi gemacht hat dann studiert und ich dann hier bei uns blieb bis sie pensioniert worden ist.
00:10:39: Ja, so kann es laufen.
00:10:40: Dann kommt man irgendwie aus dieser eigenen Region gar nicht richtig raus.
00:10:44: vielleicht maximal noch für Studium gehört wieder zurück.
00:10:47: Werner, Alex hat gerade dein Interview in SWR eins angesprochen.
00:10:52: Da wurde unter anderem ... Du hast dort an einem gesagt, man muss in die Augen der Schüler gucken und dann weiß man warum sich es lohnt.
00:11:01: Hast du einen konkreten Schülernblick den du da im Kopf hast?
00:11:06: Der dich vielleicht die letzten Jahre getragen hat?
00:11:10: Naja das hat sich ... Die Aussage bezieht sich auf Kinder aus der Robot AG.
00:11:16: Ja
00:11:18: Also so ein Wettbewerbs-Tag, meistens einen Samstag ist häufig ein sehr langer Tag.
00:11:25: Man geht da morgens um acht rein und zum Teil geht man abends um achte wieder raus.
00:11:31: Die Kinder sind glaubelich am Ende die gehen aus dem Zahnfleisch.
00:11:37: aber wenn wir dann die anschaut also für mich ich bin ja jetzt nicht so aktiv dabei Natürlich im Hintergrund da.
00:11:48: Da klappt irgendwas nicht, aber wenn man dann abends rausläuft, da weiß man warum er das macht?
00:11:56: Warum denn?
00:11:58: Dass sich diese Anstrengung tatsächlich lohnt!
00:12:01: Weil nach dem langen Schultag die Kinder einfach keine Lust mehr.
00:12:07: Die wollen nur raus und heim.
00:12:10: Und jetzt nach so einem Wettbewerbstag... Man ist absolut körperlich am Ende, aber ein Strahle in der Auge drin.
00:12:21: Und dann ist klar dass ich auch die ganze Vorbereitungszeit, die zum Teil zehnstündige Anfahrt das sich des lohnt.
00:12:32: An welchem Punkt hast du gemerkt Werner?
00:12:35: Dass diese AG... Du hast ja gestartet mit einer Lego AG wenn ich das richtig recherchiert habe.
00:12:42: An welchen Punkt hast du bemerkt, dass das nicht mehr nur so ein kleines Nebenbei-Hobby ist sondern zu was eigenem Großen gewachsen ist?
00:12:49: Die ersten Jahre ist es so langsam gewachsen.
00:12:52: Die allerersten zwei Jahre war das Angebot von der Uni Stuttgart Robo Race.
00:12:58: Da konnten wir jedes Jahr einen Team anmelden.
00:13:02: Wir waren ja damals in der Versuchsphase Gründungsphase dabei Und als wir dann bei der Fürst-Lego League eingestiegen sind, das erste Jahr ein Team.
00:13:14: Den nächsten Jahr wollten die Leckschen mitmachen.
00:13:16: Das sind zwei Teams und dann ist es über die Jahre immer größer geworden aber halt immer noch mit den Schüler, die ich selber aktiv angesprochen habe.
00:13:26: Und ab dann zum dritte vierte Jahr stehen auf einmal Schüler von Sicherheitsautomate und sagen kann ich da auch mitmachen?
00:13:37: Was muss man denn können?
00:13:38: Weil ganz bös war mal, ich hatte mal eine Gruppe Mädchen.
00:13:44: Da waren wir auch unterwegs und da sagt sie uns haben Sie damals nie gefragt.
00:13:48: Wir durften da nicht mitmachen.
00:13:50: Ja ja.
00:13:51: Ihr dürften dann nicht mit machen.
00:13:54: Und das obwohl dass so mehr Arbeit ist.
00:13:55: Man muss es im Hinterkopf halten.
00:13:58: Ich finde das ganz beeindruckend.
00:13:59: Tobi bei einer schulischen Veranstaltung wenn Ja, mitkriege.
00:14:05: Ich darf bei irgendwas mitmachen, weil ich habe da schon irgendetwas Positives drüber gehört.
00:14:10: Natürlich werner bist du kein Unbekannter.
00:14:12: Ich glaube einfach dass dein Name so kriegt man das ja auch mit wenn mal beim deutschen Lehrkräftepreis recherchiert den du ja zwei tausend vierundzwanzig gewonnen hast als ausgezeichnete Lehrkraft.
00:14:24: Dann kriegt dann einfach mit, dass du glaube ich dafür sorgst, dass über die normalen Unterricht hinaus wo wir in diesem Funktionsmodus sein müssen Einfach Dinge machst
00:14:35: die Schüler
00:14:36: begeistern und wo sie auf einmal dabei sein wollen.
00:14:39: Und das ist der Unterschied.
00:14:40: Das ist ja wieder das, Tobi was wir wiederkehrend immer wieder erleben.
00:14:44: So wenn Werner Samstags jetzt den ganzen Tag mit seinen Schülern in dieser Robotik AG gemeinsam verbringen tüftelt werkelt vielleicht im Wettbewerb kannst du gleich ein bisschen etwas zu erzählen Werner Im Wettbewerb zur anderen stehst, um dich für die nächste höhere Challenge zu qualifizieren.
00:15:04: Dann hast du auf einmal den ganzen Tag diese Begeisterung, die dein Energielevel durch den Tag trägt, die du eben sonst im Alltag nicht hast oder?
00:15:11: Und das führt zu diesen strahlenden Augen bei dir und dem Kids.
00:15:16: Das stimmt bei Werner hier auch, das darf man nicht vergessen.
00:15:20: Wiederkehrendes Muster Tobi, merkst
00:15:22: Du?
00:15:22: Da sind wir wieder bei Herausforderungen von Raasfeldt & Co.
00:15:26: Werner das ist vielleicht dachte, dass was eine Bewegung bundesdeutsch von Schulen die organisieren.
00:15:36: Das Schülerinnen Herausforderungen bewältigen und zwar komplett quasi komplett auf sich allein gestellt ganzheitlich in diesen Herausforderungen über sich selbst etwas lernen und daran wachsen.
00:15:47: Und es ist ja im Prinzip was du machst nichts anderes als Du stellst ihnen einen Raum zur Verfügung um sich auszuprobieren und sich herausforderungen zu stellen Wie diesen Wettbewerben, auch den internationalen Wett bewerben.
00:15:59: Werner erklär doch mal wie ungefähr läuft das dann ab?
00:16:02: Wie kann ich mir das vorstellen?
00:16:04: jetzt gibt es ja... Wir tun also als hätte ich überhaupt keine Ahnung von Informatik und ich wüsste überhaupt nicht was macht man da, baut man denn die Roboter selbst oder programmiert man die mit so Kot an einem Bildschirm wo der Kot so runterläuft?
00:16:17: Was machen die Schüler?
00:16:18: Und wie fängst du die auf?
00:16:19: weil die ja ganz unterschiedliche Ausgangssituationen mit sich bringen.
00:16:25: Wir machen das ja für Schüler von Klasse fünf bis zwölf, also bis zum Abitur.
00:16:31: Und die Kleinsten, die fangen dann im zweiten Halbjahr Klasse Fünf an, da nehmen wir teil an der Werksrobot-Olympia.
00:16:38: Das war bisher ein reiner Lego-Wettbewerb
00:16:41: d.h.,
00:16:42: man hat einen Spielfeld zwei Meter dreißig auf Meter irgendwas groß.
00:16:48: Da sind verschiedene Aufgaben zu lösen und dann muss man dazu einen Roboter bauen, der eine maximale Größe hat.
00:16:57: Der muss in so einen twenty-fünf Zentimeter Würfel reinpassen und muss halt in zwei Minuten diese Aufgabe lösen.
00:17:04: Und der erste Teil ist dann wir gucken uns das Spielfeld an welche Sachen geben Punkte?
00:17:11: Welche Sachen geben wie viele Punkte?
00:17:15: Und dann welche von diesen Aufgaben lassen sich mit für die Anfänge jetzt möglichst wenig Aufwand lösen.
00:17:26: Also, ich nehme irgendwas und schiebe es von A nach B oder ich fahre irgendwo nach C und hol das und pack das zu dem anderen Element dazu.
00:17:40: Und dann bei den Anfängern tatsächlich beim Programmieren.
00:17:45: Ich gehe da jetzt nicht so drauf ein mit Linienfolge und Sensor PID-Regler und so Schnickschnack.
00:17:53: Das ist einfach ausprobieren, weil das Schöne daran in der Regel nach der ersten Spälsinn der zweiten Stunde haben die ein Roboter tatsächlich fährt.
00:18:06: Er kann zwar noch nicht wirklich was aber zumindest mit dem Tato... Der bewegt
00:18:10: sich!
00:18:10: Ja
00:18:10: er bewegt sie genau und ich finde den Nachvollzieher A wenn ich den Block mache fahre geradeaus mache Kurve Ah, das passt noch nicht ganz.
00:18:19: Ich muss ein bisschen weiter die Kurve ein bisschen stärker machen und dann bin ich in Ort und Stelle.
00:18:26: Ja?
00:18:27: Und wenn ich an der Stelle bin ab da schaffen sie eigentlich allein.
00:18:33: Das heißt, wenn ich das da so rauslese tatsächlich geht es nicht nur im engsten Sinn um Informatik und du programmierst Code mit Kindern und so sondern es geht um viel freier Problemlösung.
00:18:46: Wie gehe ich analytisch, heuristisch an eine Aufgabenstellung ran?
00:18:51: Reverse Engineering.
00:18:52: Wie kann ich rausfinden was ich machen muss um irgendwie ein Problem zu lösen?
00:18:56: das klingt deutlich offener und entsprechend auch freier für die Schüler um die Probleme zu löseln.
00:19:02: habe Ich das richtig verstanden?
00:19:03: ja genau und aus dem Das ist ja ganze eine Teamauftrabe.
00:19:07: das heißt sie müssen auch als team funktionieren Und dann sind Ja Da auch Kinder.
00:19:16: Dabei haben jetzt komplett unterschiedliche Voraussetzungen.
00:19:22: Der eine hat schon in der Grundschule mal so ein Lego-Roboter gebaut und programmiert, das nächste Mädchen hat das Ziel zum ersten Mal oder ist zum ersten mal an einem Computer und programmieren irgendwas wo ihr seid ja nur am Tablet rumgewischt habt Und die muss man alle zusammen unter Einhut kriegen.
00:19:45: Wie machst du das?
00:19:46: Das stelle ich mir sehr herausfordernd vor.
00:19:49: Na jetzt, wenn wir bei der WHO und der Robot Olympia sehen da sind die Gruppen ja nur drei bis maximal fünf Kinder in der Gruppe Da ist das manchmal anspruchsvoll aber... Die haben ja ein gemeinsames Ziel, die haben die Aufgabe und die wollen sie lösen.
00:20:06: Und natürlich gibt es dazwischen drin auch ZOF.
00:20:09: Sie haben Streit.
00:20:11: also da ist dann ich sage mal auch ganz viel Sozialarbeit oft nötig.
00:20:17: Da ist dann das Programmierer häufig im Hintergrund.
00:20:21: Ja kann das totalhaft verstehen?
00:20:24: Das sind die Zwischenräume zwischen den eigentlichen Funktionsarbeiten die dann auch noch Wachstumsräume für Schüler bieten, wo man als Lehrer aber auch mal ran muss und regulieren muss.
00:20:33: Und schlichten muss und trendrösten muss und aufpäppeln.
00:20:36: und ach jetzt könnten wir ganz viel Werner du war es nicht vor einem Monat in Berlin beim Lehrkräftepreis?
00:20:41: Nein!
00:20:43: Da waren nämlich ein... da war ich dieses Jahr Und da war eine Poetry Slammerin, die hat quasi ein acht Minuten Poetry-Slamm gehalten wo sie nur Funktionen von Lehrkräften aufgezählt hat.
00:20:54: Da ist genau das was du gerade so angedeutet hast!
00:20:57: Da muss man Tränen trocknen und man muss Anträge ausfüllen... ...und man muss Rotstifte zücken und man muß ausschimpfen.
00:21:03: und acht Minuten hat die gesagt was Lehrkräfte da alles machen müssen.
00:21:06: Was über unsere eigentliche Funktionsbeschreibung hinausgeht aber irgendwie dann auch voll unserer Aufgabe ist ne?
00:21:12: Ja, ich denke oft dran als ich im Seminar war die zwei Jahre was uns da erzählt wurde ist.
00:21:18: Was man als Lehrer im Unterricht machen muss also fachlich machen muss in Mathe zum Beispiel Einführung neues Zahlbereichs Erweiterungen und so weiter.
00:21:35: Da denke ich dann manchmal auch ja schön wenn wir sich im Unterlicht dann auf das konzentrieren könnte.
00:21:42: Ich habe halt auch Schüler, die haben halt der halben Probleme.
00:21:47: Gewaltige Probleme und dann haben wir schulische in der Schule selber Probleme.
00:21:53: Die Klasse da läuft es gerade nicht so wie es laufen soll und da rückt ein Häusig so, ich sage mal sowieso das fachliche ganz weit in den Hintergrund.
00:22:05: Werner, du zeigst damit etwas was jetzt schon bei vielen herausragenden Lehrkräften aufgefallen ist.
00:22:11: Nämlich eine erweiterte Wahrnehmung von SchülerInnen Dass Du quasi nicht nur sagst es geht ums Fach und um die Fachlichkeit sondern Eine ganzheitliche Wahrnehnung der gesamten Struktur Schule mit ihren Anforderungen Und Herausforderungen und Veränderungen Die Schüler die individuelle Herausforderungen Probleme und Fragestellungen haben.
00:22:30: Daraus ergibt sich ja dann eine ganz spezifische Jobbeschreibung.
00:22:34: Sollen wir uns dann mal dran probieren, Werner?
00:22:36: Wie sehe eine ehrliche Jobbeschreibung für den Beruf Lehrkraft aus.
00:22:44: Wenn du dem folgst, was du gerade gesagt hast... Was macht das Lehrkraft?
00:22:51: Mittlerweile immer mehr!
00:22:56: Schön ja!
00:22:57: Naja, als ich vor nahe jetzt vor dreißig Jahren fast angefangen habe da Also so als Anfänger, da ist man dann halt in der Schule und unterrichtet zeitfach.
00:23:11: Punkt!
00:23:12: Genau.
00:23:13: Ja und wenn man so wie ich physiklearisch, dann hat man net bloß das Problem mit dem Physikunterricht an sich sondern muss sich ja auch eine der Physik-Sammlung einfinden.
00:23:25: also ich in Stuttgart angefangen habe, da hab' ich im vierten fünften Jahr immer noch manchmal Sachen im Schrank gefunden die ich vorhin nie gesehen habe
00:23:33: Das Plutodiumfläschchen.
00:23:36: Ja, die wusste ich schon früher wo sie sind.
00:23:41: Wie hat sich das denn geändert?
00:23:42: dein Lehrerbild?
00:23:43: Wenn du dich als Lehrer in deiner Funktion beschreiben müsstest dann ist es ja transcendiert über diesen Fachlehrer hinaus.
00:23:51: wie würdest du deine Jobbeschreibung jetzt umformulieren
00:23:54: So mit der Zeit, als ich alle Klassen unterrichtete.
00:23:59: Ich habe alles mal durch und dann hat man ja von dem her auch ein bisschen mehr Luft auf die anderen Sache zu gucken.
00:24:12: Das war so ein bisschen in meinen Anfangsjahren.
00:24:15: da hatte ich dann eine Schülerin, mit der habe ich mich im Unterricht tatsächlich zum Teil richtig gezofft Wirklich schlimm.
00:24:28: Aber dann hat sich rausgestellt, das Kind hat noch eine kleine Schwester die haben Probleme mit dem Vater und es hat sich dann halt irgendwann mal als ich mir tatsächlich Zeitnummer habe mit den Mädchen mal außerhalb vom Unterricht einfach mal so grundsätzlich ein bisschen über ihr Verhalten und darum rum zu reden.
00:24:54: Da ist dann rausgekommen, dass da ein ganz anderes Problem darliegt als das was man so auf den ersten Blick aus dem Unterricht sieht.
00:25:02: Da ist halt ein störendes Mädchen... Was war das damals?
00:25:06: Achtigneuende Klasse?
00:25:08: Nein, achte war es.
00:25:10: Achtige Klasse, Mädchen total renitent, furchtbar!
00:25:14: Ja du so einfach könnte man das als Lehrer ja auch sagen und vielleicht doch als Berufsanfänger ja renitentes Mädchen wird rausgeschmissen fertig.
00:25:23: Aber ich höre bei dir heraus, genau so machst du das eben nicht.
00:25:26: Sondern sollen wir das erweiterte Wahrnehmung nennen?
00:25:30: Du gehst ja darüber hinaus.
00:25:31: Das heißt der Lehrer nimmt wahr auch über den Klassenraum hinaus wobei die eigene Handlungsoptionen sind dann durchaus eingeschränkt.
00:25:41: weil was kann man tun?
00:25:44: Was tust du dann wenn du sowas hörst?
00:25:46: Erinnert kann man ja nichts.
00:25:47: Sorry Alex mach du mal!
00:25:48: Ja
00:25:49: ja ich wollte noch mal sagen... Ich glaube das Entscheidende ist, dass Werner, dass du durch solche Situationen einfach im Job lernst.
00:25:57: wie wichtig es ist oder wahrscheinlich damals gelernt hast, sich aufrichtig zu interessieren nachzufragen.
00:26:04: Aber das auch wirklich ehrlich zu machen so dass der Schüler oder die Schülerin merkt er interessiert sich jetzt wirklich für mich und dass du dich anscheinend als Lehrer Persönlichkeit dann auch aufgrund solcher Situationen einfach richtig gut weiterentwickelt hast oder?
00:26:17: Das hat es ja da nicht von Anfang an.
00:26:19: also das sind diese Erfahrungen gewesen die ich dann geprägt haben für das weitere Lehrerleben.
00:26:23: Das
00:26:26: sind halt immer so einzelne Szenen, einzelne Schülerinnen und Schülern die über die Jahre immer wieder dazukommen.
00:26:37: Und da lernt man ja immer dazu.
00:26:42: Funktioniert natürlich nicht bei jedem weil es gehört auch dazu dass sich das Kind einem dann öffnet was dazu sagt.
00:26:56: Es gibt auch Etliche, die sagen überhaupt nichts.
00:27:02: Da gibts dann halt keine Chance.
00:27:06: Aber zumindest öffnest du eine Tür wo die Schüler durchgehen können wenn sie es denn wollen?
00:27:13: Und Tobi weißt Du was mir da noch auffällt?
00:27:14: also bei dem was Du sagst Werner
00:27:17: ich glaube
00:27:18: das Schöne ist dass man bei Dir das Paradebeispiel sieht für eine Lehrkraft Die eigentlich eine Weiche Veränderungsbereite Grundeinstellung mitbringt.
00:27:28: Weil du sagst, es gab mehrere solche Situationen aus denen hast du selber gelernt und dadurch hast du dich zu diesem hervorragenden offensichtlich Mentor weiterentwickelt weil die Schüler ja beschreiben dass man das man mit dir eigentlich über alles reden kann usw.
00:27:44: Das ist so ein wichtiger Punkt jetzt für mich auch persönlich weil wenn Du als Lehrer der erste Tipp schon für die Zuhörerinnen und Zuhöhrer einfach diese veränderungsbereite Grundhaltung hast dann Ja, kannst du wieder von den Schülern lernen?
00:27:57: Wenn du aber fixiert bleibst und sagst ich muss das nicht.
00:28:00: Und ich habe mein eigenes Denken über die Schüler und daran lässt sich auch nicht rütteln, dann wird es schwierig.
00:28:05: Es kommt natürlich auch dazu... Vor zwei Jahren komme ich in eine Klasse und dann Mords, Emotionen und Aufgeregtheit.
00:28:22: Brutale Sache!
00:28:25: Ich habe damals Physik unterrichtet und dachte, ja, ich habe es sowieso bloß einmal in der Woche.
00:28:31: Ich hätte das natürlich sagen können, egal was da jetzt los ist wir machen jetzt Physik weil wir ein bisschen Stoff durchkriegen.
00:28:40: aber bei einem solchen Hintergrund kann ich auch zwei Stunden Wasser zählen da bleibt überhaupt nichts hängen.
00:28:47: die Stunde wäre so oder so verloren habe ich halt Physik sein lassen und hab dann mal so erzählt, was hier gerade los ist.
00:29:05: Die Schüler haben die Möglichkeit wirklich halb, dreiviertel Stunde mal einfach sich auszukutzen, was sie sonst an dem Vormittag oder nachmittags was da halt nicht geht.
00:29:25: Und dann ist tatsächlich noch nicht viel, aber zumindest zwanzig Minuten ein Unterricht ist nur übrig geblieben.
00:29:35: Also ich gründe da tatsächlich nur zwanziger Minuten einige Maße sinnvoll Unterricht machen, aber ich habe mir die Zeit genommen und da mal zugehört, was denn die jetzt gerade beschäftigt?
00:29:45: Und bei Jugendlichen in der Schule sind halt manchmal Sachen einfach wichtiger wie das, was auf dem Stundeplan steht.
00:29:52: Ja, nur verständlich.
00:29:53: Genau richtig!
00:29:54: Da dreht sich ja so viel im Kopf und wird umgebaut und sozial wird umgebaut.
00:29:58: Das heißt also wir könnten bei dir auch festhalten du bist jemand der zuhört.
00:30:03: ich habe die ganze Zeit auf dieses Wort Wahrnehmung aber bin nicht rumgeritten.
00:30:05: vielleicht ist es eher Zuhör ne?
00:30:07: Der sagt nee erzähl erstmal ich höre dir zu.
00:30:11: Jetzt hast Du Werner ja auch das muss ich nachlesen wie dieser Ausdruck heißt den Compass Award der First Tech Challenge bekommen und zwar für herausragendes Mentoring.
00:30:25: Wir gehen ja gerade in diese Richtung, nicht nur Fachlichkeit sondern auch Jugendliche anleiten.
00:30:31: Gab es für dich einen Moment an dem du dann gemerkt hast?
00:30:35: Du bist nicht mehr nur Fachlehrer, sondern was anderes in Richtung Mentor?
00:30:41: Naja das hat sich schon mehrere Jahre mit der Robotik angeht Weil wenn ich jetzt Kinder hab, die von Klasse fünf bis zum Abitur dabei sind.
00:30:58: Ja?
00:30:59: Die sind bei jeder Veranstaltung dabei.
00:31:01: Da ist ja...die sind zum Teil dann auch in der Technik AG dabei.
00:31:05: Also für uns in der Schule Technik Ag da ist es irgendwie veranstalten braucht Mikrofonen, Lautsprecher und so weiter aufbauen wie immer dazu Leinwand.
00:31:15: also wir sind zum teil.
00:31:19: Bei solchen außerunterrichtlichen Sachen sehe ich die Schüler öfters als im normalen Unterricht.
00:31:26: Und bei manche Schüler, die sind dann so oft mit mir unterwegs da muss sich dann manchmal die Eltern fragen, kennen sie ihre Tochter eigentlich noch?
00:31:34: Wann war sie denn das letzte Mal daheim?
00:31:39: Auch wenn wir dann unterwegs ist... Da redet man auch über alles Mögliche.
00:31:48: Da erfahre ich von denen viel, was ich zum Teil gar nicht wissen möchte.
00:31:55: Andere Strom natürlich auch, die wissen von mir dann extrem viel.
00:32:01: Also ich bin da schon deutlich mehr als ein normaler Lehrer.
00:32:08: Ja, aber jetzt also... Alex macht du mal Entschuldigung!
00:32:12: Also die AG sorgt im Prinzip dafür, dass es so eine Art Beziehungsbooster ist zwischen dir und den Schülern.
00:32:18: Und dann natürlich auch wahrscheinlich eine ganz andere Verbundenheit Energie herrscht wenn du jetzt denen in Anführungsstrichen normalen Unterricht dann wieder begegnest in der Woche.
00:32:29: Werner, wenn Du unseren Zuhörer in drei konkrete Dinge mitgeben dürftest wie sie auch vom Lehrer zum Mentor für Heranwachsende werden, welche drei Dinge wären das?
00:32:45: Na als allererstes sollte man im Unterricht selber fachlich sitz sein, damit die Schüler einfach sehen von dem was der so erzählt.
00:33:02: Da kennt er sich aus.
00:33:04: Er nimmt sich Zeit einem auch zuzuhören und ja...
00:33:11: Das heißt Fachlichkeit wäre die Basis?
00:33:13: eine solide Fachlichkeit.
00:33:15: Zeit, bereitstellen und da sein?
00:33:19: Ja weil wenn ich halt jetzt fachlich nicht so drauf bin dann habe ich auch noch die Sicherheit dass ich drüber hinaus noch irgendwas machen kann.
00:33:31: Weißt du Werner das Sicherheit ein Begriff ist wo Alex und ich hinter verschlossen Mikrofonen schon darüber geredet haben.
00:33:38: Alex ich sage das jetzt einfach mal hier auch wenn wir das bisher nur unter uns besprochen haben.
00:33:42: Wir sind mal in uns gegangen, Alexander und ich.
00:33:45: Und haben überlegt wie die Lehrkräftepreisträger mit denen wir so Kontakt haben, wie die drauf sind.
00:33:53: Bei dir trifft das wieder zu Werner?
00:33:56: Uns ist aufgefallen dass sie sehr souverän unterwegs sind weil sie fachlich eine ganz solide Basis haben.
00:34:03: Sie rutschen nicht in die Angst irgendwie hilflos dazustehen oder schlecht angesehen zu werden Was manche Lehrkräfte, die ich persönlich kenne in so einer Art Defensive drängt.
00:34:16: Dass sie keinen Kontakt mehr zulassen zu den SchülerInnen.
00:34:20: Dass Sie auf Hierarchien beruhtbetonen und bestehen.
00:34:23: Dass wir auf Abstand arbeiten.
00:34:27: Und bei den Preisträgern ist das eher andersherum.
00:34:31: Die stehen so sicher auf fachlichem Boden dass die sagen hey nee... Ich habe die Souveränität um hier auch ein bisschen Raum zu schaffen indem du dich aufhalten kannst
00:34:39: Ja, aber da gehört auch noch, finde ich noch dazu.
00:34:44: Dass man als Lehrer eigene Fehler auch zu gibt oder zugeben kann also jetzt gerade ein Physik-Oberstufe so kurz vor dem Abi wenn wir dann zur Richtung Quannenphysik geht.
00:34:57: Da kommen schon manchmal Fragen so locker aus der Hüfte geschossen, muss ich sagen.
00:35:04: Also Entschuldigung!
00:35:07: Da kann ich nicht weiterhelfen.
00:35:10: Also, ich müsste es jetzt erst mal nachlesen und muss mich selber informieren.
00:35:14: Kann ich dir leider nicht sagen?
00:35:17: Es ist so interessant, Tobi merkt das hier sich wieder wie ein roter Pfand.
00:35:21: Absolut!
00:35:22: Das ist so toll Werner.
00:35:24: Alle Lehrkräfte wie du mit denen wir da sprechen die aus Sicht der Schüler ausgezeichnet sind haben genau diese Fehler authentische Art dann auch zuzugeben, wenn sie etwas nicht wissen oder wenn Sie etwas falsch gemacht haben.
00:35:38: Und das macht sich so liebenswert würde ich fast sagen ne?
00:35:43: NABAR!
00:35:44: Werner, das deckt sich auch mit deinem Herangehen bei der AG, es geht ja nicht darum keine Fehler zu machen.
00:35:49: Das vermittelst du ja auch den Kindern in der Robotik AG sondern es geht darum konstruktiv mit Fehlern umzugehen.
00:35:55: und wenn man Fehler macht dass man iterativ sich dann lehrt einem Zustand der eher fehlerfrei ist.
00:36:01: Ja genau
00:36:02: Werner, darf ich vorschlagen dass wir eine ganz kleine Assoziationsrunde spielen.
00:36:07: Wir haben zehn Sätze vorbereitet die wir dir jetzt vorlesen.
00:36:12: Die Sätze gehen aber nicht zu Ende und deine Aufgabe ist es ohne groß nachzudenken Deine allererste assoziation deinen ersten Gedanken auszusprechen um den Satz zu vollenden.
00:36:23: Ist das für dich okay?
00:36:24: Juhu!
00:36:25: Das wird aber schwierig.
00:36:26: Ja wundervoll
00:36:28: Schwierig ist.
00:36:28: gut daran wachsen wir Werder.
00:36:32: Das ist die Challenge.
00:36:33: Zehn Sätze haben wir und das geht ganz flott, ich starte jetzt Werner.
00:36:38: eine schlechte Lehrkraft erkennt man daran dass
00:36:43: sie unsicher auftritt.
00:36:45: der schönste Geruch in einem Klassenzimmer ist
00:36:50: wenn es Fenster geöffnet ist.
00:36:53: Wenn ich Werner morgens das Schulgebäude betrete denke Ich
00:36:59: freue mich dass sich wieder da bin.
00:37:02: Eltern sollten viel öfter
00:37:05: Mal einen ganzen Tag im Unterricht dabei sein.
00:37:09: Geht das aushalten?
00:37:10: Äh, wenn ich morgens im Auto zur Schule fahre höre Ich
00:37:15: Radio.
00:37:15: Wenn
00:37:16: ich Kultusminister wäre würde ich als erstes
00:37:20: Abdanken.
00:37:24: Eine Roboter kann niemals
00:37:28: Menschliche Kreativität ersetzen.
00:37:30: Korrigieren ist für mich wie
00:37:33: Strafarbeit.
00:37:34: Zwei haben wir noch.
00:37:35: Schwäbisch ist die äuztige Sprache in der...
00:37:39: Man mit wenigen Worten Emotionen detailliert ausdrücke kann.
00:37:45: Ach jo, wenn ich pensioniert bin werde ich am meisten vermissen.
00:37:50: Den Kontakt zu den Schüler.
00:37:52: Danke Werner!
00:37:53: Die Antwort hatte schon erwartet bei dir Werner.
00:37:55: Warum würdest du als Minister abdanken?
00:37:57: Da würde ich jetzt gerade ganz schnell reingerätzen.
00:37:59: Nein, ich denke in der Politik ist Kultusminister so der undagbarste Job überhaupt.
00:38:05: Glaubst du, die können wirklich was verändern?
00:38:08: Schwierig.
00:38:09: Weil zum Thema Schule kann ja jeder etwas dazu sagen und mittlerweile gibt es ja auch Untersuchungen, die sagen wie Schule gut funktioniert.
00:38:22: aber wenn man sie alle untersucht, gehen alle in unterschiedliche Richtungen.
00:38:28: Und zumal du bist ja als Minister auch dem Parteiprogramm unterworfen und im Koalitionsvertrag.
00:38:34: Das legt dir derartige Fessel an, dass man tatsächlich selbst wenn wir wüssten was wir konkret verändern würden das gar nicht könnten weil es hier durch keine politischen Gremien käme.
00:38:47: Genau.
00:38:47: Und eine Sache, Tobi die noch hinzukommt immer dann glaube ich da gibt es auch genug Berichte mittlerweile zu wenn du versuchst von oben zu verändern dann müsstest du ja im Prinzip die Lehrer mitnehmen auf den unteren Ebenen und die davon überzeugend dass sich diese Veränderung lohnt weil letzten Endes wenn die Lehrer und die Schulen sich sturrstellen und den Sinn dahinter nicht erkennen
00:39:08: sie verloren.
00:39:08: Dann
00:39:09: wirst du genau oder bist eher noch unsympathischer aus Sicht der Lehrerin und Lehrer Und hast eigentlich gar nichts erreicht.
00:39:15: Das heißt, eigentlich musst du wirklich tief in sich sitzende Inspiration da loslösen bei Lehrkräften wo die sagen ja das stimmt!
00:39:25: Da hätte der Kultusminister recht.
00:39:26: aber ich glaube dass ist super, super schwer.
00:39:29: also die Transformation muss eigentlich von unten kommen vom anderen Denken über Schule und System nicht von oben oder
00:39:35: werder?
00:39:37: Ja, aber das Problem ist halt.
00:39:41: also zumindest bei uns hier am Gymnasium ist halt immer noch am Ende des Abitur und da muss man halt hinkommen.
00:39:49: Wenn wir natürlich nur das Abiturt am Ende hätte und der Weg dahin jeder Schule überlasse wäre dann wird es vielleicht an die einzelne Schule eventuell besser laufen.
00:40:02: Aber kritisch wird's dann halt dann kann man halt die Schule nicht mehr wechseln.
00:40:06: Als Bundesleiter ist das sowieso schon schwierig.
00:40:09: Ja, das ist sowieso eine Herausforderung.
00:40:13: Aber wie veränderungsbereit?
00:40:14: Wenn du jetzt mal ich meine Lehrer kennen viele Lehrer was würdest du sagen wie Veränderungs bereit ist dein Umfeld an Lehrkräften mit denen du Zeit verbringst?
00:40:25: Unterschiedlich?
00:40:27: also es gibt welche die während sich gegen jegliche Änderungen Und dann gibt es übrigens auch zum Teil relativ Jugendlehrer.
00:40:40: und dann gibt's welche, die sind äußerst offen.
00:40:45: Die machen... Da kommt jetzt irgendwas Neues!
00:40:48: Die machen das sofort mit.
00:40:50: Ja, ja.
00:40:51: Und kriegen sie dann Sprüche von denen, die eher nicht so veränderungsbereit sind?
00:40:55: Werden die da gebremst oder demotiviert?
00:40:58: Wie erlebst du das?
00:40:59: Na sagen wir so, wenn jetzt Kollege Y jetzt wieder irgendwas komplett Neues anfangen will und er macht das bei sich im Unterricht in seiner Klasse ist es alles gut.
00:41:10: Aber sobald dann halt eben die anderen Kollegen, Kolleginnen betrifft, dann wird's schwierig.
00:41:17: Er will sie dann überzeugen und da müsste der andere Lehrkraft seine eigene Komfortzone verlassen und da hat man nicht so Bock drauf wahrscheinlich.
00:41:27: Jetzt haben wir mit dir hier Ja, einen Experten für Informatik.
00:41:30: Das finde ich ziemlich gut weil wir ja in den letzten Jahren apropos Wandel in Schule eine ziemliche digitale Transformation durchgemacht haben.
00:41:40: Was machen Schulen mit Digitalisierung Werner?
00:41:43: Dass dich als Informatiker zum Stirnrunzeln bringt.
00:41:48: Na jetzt so reine... Für mich als Informatik-Lehrer, für mich ist immer noch ein bisschen zu wenig das informatische Denken und Programmieren drin.
00:42:03: Digitalisierung ist an vielen Schulen halt einfach.
00:42:06: ich benutze jetzt einen iPad und dann wird die Welt besser.
00:42:11: Aber da ist ... Ich sehe da keine so richtige Richtung dahinter vor allem wenn man die Informationen aus den skandinavischen Ländern kriegt.
00:42:23: Ein Kollege von mir war jetzt Anfang vom Jahr in Vinland und der hat die gefragt, wie denn die das mit iPad-Tablet usw.
00:42:32: machen?
00:42:33: Und er gesagt Tablet – Das war bei uns vor zehn Jahren!
00:42:36: Wir gehen euch jetzt wieder zurück.
00:42:38: Die rot... Ich habe das gelesen bei irgendwie Lehrer online oder so.
00:42:42: Die Skandinavische Länder fangen an, die sogenannte Digitalisierung komplett zurückzudrehen Weil die feststellen, dass das Long-Term eher Nachteile als Vorteil hat.
00:42:51: Ja
00:42:52: ich sehe es bei meinen Schüler.
00:42:55: Die schreiben ja mittlerweile etliche im Unterricht ihre Tablette dabei.
00:43:00: Da gibt's welche, die benutzen das wirklich sehr sinnvoll.
00:43:04: Die nehmen das zum Aufschreiber.
00:43:06: Die haben ihren kompletten Unterrichtsmitschrieb und alles Arbeitsblätter usw.. Alles auf ein Tablet drauf, das funktioniert wunderbar.
00:43:16: Ist auch top wenn es unterrichten Physik zum Beispiel irgendwas ist.
00:43:21: Oh weiß ich nicht guck mal nach im Internet oder sonst irgendwo Informationen dazu
00:43:28: ja
00:43:29: aber Es gibt teilweise etliche.
00:43:31: da ist das tablet dann halt vor sich und Dann macht ihr Pling und Long.
00:43:36: Und dann probt ihr eine Meldung auf, und da eine Nachricht... ...und dann guckt man halt doch das eigene Filmchen deiner Behörde an.
00:43:43: Ja.
00:43:43: Das
00:43:45: ist ja... Und dann stört es?
00:43:46: Ja genau richtig.
00:43:47: Das klingt halt einfach ab!
00:43:50: Du kennst dieses S-A-M-R Modell vielleicht ne?
00:43:53: Ja.
00:43:54: Genau, Alex sagt dass Digitalisierung potenziell in vier Schritten ablaufen kann.
00:44:00: Und zwar auf unterster Stufe s die Substitution.
00:44:04: Das heißt, etwas Analoges wird einfach digital substituiert und ersetzt.
00:44:07: Wie zum Beispiel ein Heft wird zu einem digitalen Heft oder so.
00:44:11: Dann kommt die Augmentierung also etwas wird erweitert Und darüber steht die Modifikation und Redefinition.
00:44:19: man denkt komplett neu So wie ich Digitalisierung heute in Schuhe lese vieler Orts und allgemein sind wir ganz unten in diesem Modell.
00:44:28: Wir sind tatsächlich bei der Substitution stecken geblieben haben Die Schüler hefte durch Tablets getauscht Und augmentieren ein bisschen dadurch, dass die jetzt an Schulgeräten googeln können und so.
00:44:38: Aber die richtige Neudefinition von Lernprozessen, die fehlt tatsächlich!
00:44:46: Den Schritt den haben wir irgendwie nicht geschafft.
00:44:47: Also es macht jeder für sich so'n bisschen Rumwerklei ne?
00:44:51: Ja das ist doch
00:44:51: scheiße.
00:44:52: Das kann's doch nicht sein.
00:44:53: weißt du... Wie viele Lehrer haben in Deutschland?
00:44:55: Fünfhunderttausend oder so fünfhundertausend parallele Prozesse sind doch nicht so stark in Summe wie ein synergetisch zentral angeleiteter Prozess, wie man mal digitalen Unterricht und digitale Schule neu denken kann.
00:45:08: Werner was sagst du dazu?
00:45:10: Ja es ist halt eine schwierige Sache.
00:45:12: ich war vor ein paar Wochen auf einer Fortbildung in Bezug auf so immer digitale Geräte im Schulgebäude also Handys komplett verbieten oder nicht.
00:45:27: Und da war der Landesschülersprecher dabei und er hat gesagt, in der Schule die Schüler abwarten von der Schule.
00:45:37: Dass den Schülern den Jugendlichen gezeigt wird wie man insbesondere mit Social Media sinnvoll umgeht.
00:45:49: Ich habe das ich sage es bei mir im Kollege auch immer wieder mal.
00:45:54: Ich habe mal bei Instagram auf irgendein Bild draufgeklickt und dann ist nur noch zu diesem Thema Zeugs kommt.
00:46:03: Ist ich das wieder wegkriegt hab?
00:46:05: Und es ist ja was, das müsste ich mit meinen Schülern eigentlich machen weil die läden oft in so einer Plase.
00:46:13: Die kriegen nur noch Informationen zu einem ganz eingeschränkten Thema.
00:46:18: Ich habe aber die Frage wie mache ich das im Unterricht?
00:46:23: Häusig, Instagram und Co.
00:46:27: dürfen wir eigentlich in dem Alter noch gar nicht haben?
00:46:30: Ich sollte das Däne aber zeigen!
00:46:33: Und auf die Schulgeräte bin ich ja häufig auch noch so dermaße im Schulnetz eingeschränkt.
00:46:39: Da geht es gar nicht.
00:46:42: Jetzt soll ich aber den Kindern zeigen Guck mal wenn ihr jetzt hier diese Stichworte dir eingibst Die nächsten vier Wochen kriegst du nur noch zu dem.
00:46:53: Aber wie zeige ich das?
00:46:54: Dene, wenn ich es nicht real machen kann.
00:46:58: Na, zähle ich's wieder in der
00:46:59: Theorie.".
00:47:01: Und dann ist wieder trocken und das ist so abstrakt, dass das nicht hängen bleibt, ne?
00:47:04: Ja
00:47:04: klar!
00:47:05: Genau.
00:47:07: Du da bin ich wieder bei Hamid Davan, der das Schulfach Glück eingeführt hatte... ...in einer der vorherigen Folgen wo er genau das systematisch.
00:47:16: wir müssen immer noch den Hamid fragen ob er den Unterrichtstoff mal für uns hat, dass wir das zur Verfügung stellen.
00:47:21: Wie er das mit den Schülern klärt.
00:47:22: Weil die Schüler schaffen es ja, aufgrund des Unterrichts dort tatsächlich auf Instagram und Code zu verzichten.
00:47:29: Und sie lernen sich wieder zu fokussieren auch das was wirklich zählt.
00:47:32: Auf das Wesentliche!
00:47:34: Also und auch da eigentlich braucht es jetzt... Das ist jetzt von einem einzelnen Lehrer vorgestellt.
00:47:39: aber eigentlich brauchtes auch da irgendwo eine höhere Instanz oder ein gesellschaftliches Denken wie wir damit umgehen.
00:47:46: klar diskutierende über Smartphoneverbote beziehungsweise Social Media Verbote usw.. Aber dann Ja, müssen wir da auch klar und transparent mal kommunizieren was jetzt genau Phase ist für die nächsten Jahre.
00:47:56: Und den Konsens gibt's halt nicht ne?
00:47:58: Den haben wir halt gesellschaftlich nicht.
00:47:59: und wie will Schule einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen wenn die Gesellschaft nicht in der Lage ist den Auftrag zu formulieren.
00:48:06: Ja ganz genau
00:48:08: Werner.
00:48:08: ich hätte noch eine eher persönliche Frage an dich In Richtung mentalhygiene denn du hast ja gesagt du räumst den Schülern sehr viel Raum in deinem Leben ein, verbringst viel Zeit mit denen.
00:48:23: In der Nominierung steht dass du SchülerInnen bei Prüfungsangst hilfst, bei Problemen mit Eltern, persönlichen Krisen da begleitest... Was machst Du eigentlich abends?
00:48:31: Mit dem was die Kinder dir tagsüber anvertraut haben?
00:48:34: und wo findest du Kraft wieder für dich zur Neue Energie zu kommen?
00:48:40: Tja also bisher habe ich es immer geschafft das ich bei tatsächlich so großen Schülerproblemen, dass ich immer noch gut schlafen konnte.
00:48:53: Natürlich denke ich da zum Teil auch länger drüber nach was denn da jetzt das Problem ist.
00:49:01: aber ich habe da jetzt tatsächlich heute in der Schule Kolleginnen mit denen ich mich dann darüber austauschen konnte, wie es denn da jetzt weitergeht beziehungsweise was man da jetzt noch weitermachen kann.
00:49:21: Ich glaube das ist auch ganz wichtig, dass man einfach mal jemand anderen hat, mit dem er einfach das... also wie die Schüler sich bei mir auskotzen, brauche ich dann halt auch jemanden, bei der ich mich ausgutzen kann?
00:49:39: Was würde das mit dir machen, wenn du im Collegium keinen hättest?
00:49:43: Das wäre schwierig.
00:49:44: Weil dann wird sich das Ganze bei mir ansammeln und aufzürmen.
00:49:51: Und so was muss man natürlich auf jeden Fall vermeiden.
00:49:56: Ab wann würdest du eine Schulsozialarbeiterin einschalten?
00:50:01: Wann ist so ne Grenze überschritten wo du es selbst nicht mehr tragen kannst?
00:50:08: Einfach dann Sachen, die vom Schüler oder von der Schülerin dann erzählt wird wo ich dann merke.
00:50:16: Das ist jetzt ein bisschen mehr als nur Zoff mit der besten Freundin oder sowas.
00:50:24: Da steckt deutlich mehr dahinter.
00:50:28: da ist natürlich schon in der Regel der erste Schritt unserer Sozialarbeitung.
00:50:34: Ja, also diese enge Zusammenarbeit.
00:50:36: Ich habe das bei dem SWR-Interview mit dir auch rausgehört zwischen Schulsozialarbeit und den Lehrkräften ist ja auch besonders wichtig ne?
00:50:44: Ja!
00:50:45: Weil es wird ja manchmal bei mir an der Schule gelästert dass ich ja sozusagen der zweite Sozialarbeiter bei uns an der schule bin Mit der AG weil gerade in der AG wenn man da jetzt Nachmittags dran sitzt Da hab ich dann mal ein paar Schüler vom Lego-Roboter dran und die haben absolut keinen Bock.
00:51:11: Ja, also sie sind zwar da aber da kommt nichts raus.
00:51:15: Also die können auch draußen im Park sitzen.
00:51:19: Und wenn die dann mal so erzählen oder so leicht nachfragen, das stand schon, dass da gerade ganz andere Dinge im Hintergrund laufen Das ist auch wieder die Sache mit dem Zuhören.
00:51:36: Manchmal erzählen sie es halt einfach, was los ist.
00:51:39: Häusig hilft, wenn Sie es einfach erzählen
00:51:41: können?
00:51:42: Also ich war ja zehn Jahre lang Vertrauenslehrer an der Schule.
00:51:47: Da waren meine Schülerinnen ja die extreme Probleme mit dem Kollegen.
00:51:52: Da hat sich mir das erzählt und dann haben wir überlegt, was man denn machen kann.
00:51:57: Geh ich zum Kollege hin, den Ziehe Freundin mit.
00:52:00: Geht zu ihm hin oder geht machen wir das mit Eltern?
00:52:02: Oder über die Schulleitung und so weiter.
00:52:05: Ja sich deckt drüber nach eine Woche drauf.
00:52:10: Lass zu mir wieder einen Weg.
00:52:12: also war nicht bei mir im Unterricht sondern ist so zu mir gekommen Und hast dich jetzt entschieden was man jetzt machen soll?
00:52:20: Nö alles ok
00:52:22: Okay, hat sich einfach erledigt oder?
00:52:24: Ja.
00:52:24: Also hat mir eine Stunde was erzählt und dann war es erledigend.
00:52:28: Weißt du das?
00:52:29: erinner mich an so ne pädagogische Spruch an den ich mich oft orientiere Wenn Menschen Probleme haben oder wenn Eranwachsende Herausforderungen und Probleme haben Dann kann man daran faktisch oft nichts ändern.
00:52:41: Aber man kann eine Sache und die ist oft hilfreicher als man meint und man unterschätzt das oft.
00:52:45: Man kann nämlich da sein Man kann einfach da sein für den anderen.
00:52:50: Und das allem, was du gerade so erzählst scheint es genau zu sein ne?
00:52:53: Du schaffst einen Raum der fachlich gefüllt wird auch mit einer klaren Zielsetzung und Herausforderung aber in den Zwischenräumen schaffest du Möglichkeiten des Daseins und es sich gehört fühlen's.
00:53:04: Ja, so kann man es sehen.
00:53:05: Werner ich hätte tatsächlich noch ein mini kleines Spiel für uns vorbereitet nämlich den Klischee-Check wo wir Lehrerverurteile ganz kurz durchgehen.
00:53:17: Tobi, ich möchte mich gleich nochmal auf einen wichtigen Punkt zu sprechen kommen.
00:53:23: Nämlich den der Potenzialentfaltung.
00:53:24: aber vielleicht mir ist es egal also alles was rund ums Thema Potenziale Entfaltungen noch wichtig ist.
00:53:30: wir können erst deinen Check machen und vielleicht dann noch dieses Thema Potential
00:53:34: entfalten?
00:53:35: Total Potenzalentfaltung und Fördern und fordern gerade zum Vorderen!
00:53:39: Ich finde das auch ein wichtiger Punkt.
00:53:41: Werner, der Klischee-Check läuft folgendermaßen.
00:53:43: Ich habe sechs Klischees aufgeschrieben die man immer wieder hört als Lehrer und du darfst mit einem Satz darauf antworten entweder ganz einfach sowas wie Quatsch oder ein Satz mit dem Du dazu Stellung nimmst.
00:53:56: Die sechs Sätze beziehen sich alle auf unseren Lehreralltag Und ich starte direkt mit dem ersten.
00:54:01: Ah der Alex der muss nicht zurückhalten dass er dazu nichts sagen wird
00:54:04: Werner?
00:54:04: Ich halte die Klappe.
00:54:05: Lehrkräfte haben nachmittags frei.
00:54:08: Ja, da haben sie frei von Schülern.
00:54:10: Aber die Arbeit... Die Nacharbeit und die Vorarbeit vom nächsten Tag steht noch an.
00:54:16: Ja?
00:54:16: Äh, Kischee zwei!
00:54:19: Mit Strenge erreicht man am meisten
00:54:23: In bestimmten Situationen.
00:54:24: ja
00:54:26: Digitalisierung macht Schule besser.
00:54:30: Sie macht auf jeden Fall zunächst einmal schwieriger.
00:54:34: Jungs sind besser in Mathe als Mädchen.
00:54:36: Das
00:54:38: ist eigentlich so ein Gerücht
00:54:41: Ein guter Lehrer wird geboren nicht ausgebildet.
00:54:45: Mit Ausbildung wird es schwierig, weil ich glaube das kann man nicht ausbilden.
00:54:52: da gehört viel Erfahrung dazu.
00:54:55: Ja letzter Satz Eltern waren früher einfacher als heute?
00:55:01: ja
00:55:04: schön ein Wort sagt mehr als ganze Sätze.
00:55:07: Alex bühne auf für potenzielle Entfaltung.
00:55:11: mich interessiert vor allen Dingen mal Versuch ja immer, aus unseren Gästen so die positiven Geschichten auch herauszukitzeln.
00:55:18: Werner wenn du jetzt mal auf deine vielen Jahre zurückblickst, du bist glaube ich vier neunzig ins Reff gegangen.
00:55:24: in sechsundneunzig hast du angefangen an der Schule als Vollzeitlehrkraft.
00:55:29: gibt es so vielleicht erst einmal so eine Geschichte wo du mal erlebt hast dass ein Kind zu richtig aufgeblüht ist?
00:55:38: und wenn ja durch was eigentlich?
00:55:39: Durch das was gemacht wurde?
00:55:43: Ja, ich hatte einen Schüler der ist schon ja aufgefallen weil er halt... Also ich hatte damals noch nicht im Unterricht.
00:55:52: Ich sage mal so ein bisschen Renitent mit seinem Kumpel hat eigentlich nur blöd sind gemacht.
00:56:00: und dann zwei Jahre später habe ich die Klasse im Unterrecht gehabt und der Junge war da drin.
00:56:09: Und weil ich damals unter anderem dafür gesorgt habe, dass er... also ich da sehr aktiv dafür gestimmt hab.
00:56:17: Dass der Schulausschluss gekriegt hat war das Verhältnis am Anfang ist sagen wir ein bisschen angespannt.
00:56:25: Aber da ich ja in der Regel anfange vom Schuljahr versuche die Sachen aus dem vergangenen Jahr oder sowas Versuche ich so weit wie möglich auszublende.
00:56:38: Das heißt, ich versuchst zumindest so dass ein Schüler auch wieder neue anfangen kann.
00:56:45: Das war es am Anfang so ein bisschen so einen Abtaschen und nachdem er gemerkt hat das läuft der will mir jetzt nichts Böses Und da grundet er dann tatsächlich zeigen dass er So richtig gut ist.
00:57:06: Ja, ja okay also es ist dann richtig.
00:57:09: in welchem Fach war das?
00:57:09: Ist dann richtig
00:57:10: aufgeblüht.
00:57:10: Das war ein Mathe.
00:57:12: Okay und dann hat er vielleicht auch nicht erwartet dass du jetzt ihn sowohl gesonnen gegenüber trittst nach der Erfahrung im letzten Schuljahr und hat sich an sich ran gelassen und hat die Chance wahrgenommen im neuen Schuljah quasi.
00:57:29: Ja,
00:57:30: das deckt sich mit dem was Schülerinnen über dich gesagt haben.
00:57:33: Werner die haben gesagt Herr Fick hält die Balance zwischen Regeln durchsetzen und netter Lehrkraft.
00:57:39: Das ist ja die Königsdisziplin für uns Lehrkräfte.
00:57:42: Woran merkst du Werner?
00:57:44: dass Du gerade kippst in die eine oder andere Richtung?
00:57:50: Es kommt darauf an wie belastet und gut ausgeschlafen ich bin.
00:57:56: Das ist ein krass selbst reflektierte Antwort.
00:57:58: Ist dir das bewusst?
00:57:59: Das ist eine krass, ehrliche, radikal-erlich selbstreflektierte Antwort.
00:58:05: Ja also normalerweise wenn ich sage mal wenn ich jetzt so entspannt unterwegs bin dann bin ich auch.
00:58:13: wenn da jetzt die Schüler oder die Klasse wieder irgendwelchen Blödsinn anzettelt oder so Dann bin ich da halt anders drauf als Wenn jetzt ja wieder von der Schule irgendeinen Stress ist denn ich bis vorgestern wieder erledigt haben soll und meine Kollegen jetzt mitziehen oder nicht liefern.
00:58:35: Da tut mir dein Leid, dass ich wie ich dann manchmal auf meine Schüler reagiere.
00:58:42: Wobei das ja gerade nur menschlich ist ne?
00:58:44: Also wir sind ja keine Schauspieler die immer so tun als wäre heile Welt und so.
00:58:48: vielleicht gehört das auch wenn man das mal wieder auf einer Meta-Ebene betrachten auch zum Sozialisationsprozess dazu mitzubekommen.
00:58:55: Auch Menschen die mehr wohlgesonnen sind, die einmal schlechte Laune Die gehen dann hinterher damit um und entschuldigen sich vielleicht, aber das Leben ist halt komplizierter als nur eins und null.
00:59:05: Ja wobei die Schüler sowas sehr schnell merken.
00:59:09: ich bin mal vom Lehrerzimmer in den Physiksaal, da ist bei uns im zweiten Stock die Treppe hoch, dann werde ich von der Schülerin eingesproben.
00:59:19: Herr Fick was ist los?
00:59:20: Wer hat sie jetzt gerade wieder geärgert?
00:59:22: Ach guck mal!
00:59:24: Also damals war Also zumindest meinem Empfinden nach war da nix.
00:59:29: Ich fand mich ziemlich normal, aber die hat gemeint sie sind heute aber nicht gut drauf.
00:59:35: Hatte Sie recht?
00:59:37: Ich damals finde ich tatsächlich nicht!
00:59:43: Aber es gibt auch Gelegenheiten... Da sehen die das schon wenn ich hier ums Eck komme.
00:59:47: Oh, heute ist er schon nicht gut darauf.
00:59:49: Ja, ja.
00:59:51: Ach, ich glaube nach längerer Zeit dann hat man noch einfach ein Gespür Als wir selber Schüler waren... Weiß man ja, dass man so Antennen hatte wo man direkt wusste oh heute kann ich hier mit der Lehrkraft sollte ich lieber nix riskieren.
01:00:06: Also das ist ja also das Zwischenmenschliche was man gar nicht so greifen kann was aber in der Luft liegt und spürbar ist.
01:00:12: Ja bei der Potenzialentfaltung Werner muss sich natürlich noch an bestimmte Dinge denken und zwar worauf wir noch gar nichts zu sprechen gekommen sind.
01:00:21: du reist ja tatsächlich bis in die USA in die Niederlande nach Frankreich glaube um an Wettbewerben teilzunehmen mit dreizig Teams, die du ja inzwischen betreust.
01:00:34: So konnte man lesen mit der Robotik AG was sind da so Geschichten?
01:00:39: Die so richtig hängen geblieben sind?
01:00:40: wo du gemerkt hast war die Schüler da ist eine Energie in der Luft.
01:00:44: das ist jetzt einfach Wahnsinn und dafür lohnt sich hier die Strapaze weil Du verreist ja teilweise dann auch Einfach In den Ferien Opferst in Anführungsstrichen die Ferien sogar Dafür.
01:00:52: Ja
01:00:54: Naja, letztes Jahr hat sich ein Team fürs Weltfinale qualifiziert und der Termin war halt äußerst ungünstig weil er war halt über Ostern.
01:01:05: Und ich habe dann halt erstmal gefragt.
01:01:08: also erstens waren die Serien.
01:01:09: Serien ist ja Schüler sowieso egal aber auch noch Ostern.
01:01:16: Ja sie wissen es schon.
01:01:17: Aber Weltfinal ist jetzt eigentlich wichtiger.
01:01:22: Da merkt man dann aber auch so ein bisschen den Unterschied zwischen USA und Deutschland, wenn wir jetzt gerade wieder Ostern haben.
01:01:31: Letzte Woche der Tag da geht es jetzt in jede Karte durch und an jeder Ecke stehen Osterhäuser rum.
01:01:37: Und USA nix davon!
01:01:43: Und Potenzialentfallung ist natürlich so.
01:01:46: Sie sind dann das einzige Team aus Deutschland, der jetzt hier beim Weltfinale dabei ist.
01:01:54: Das ist schon eine Hausnummer.
01:01:57: Also im Vergleich zu den Teams aus Rumänien oder USA – das ist ein bisschen wie im Fußball zwischen Kreisliga und Champions League.
01:02:10: Aber die sehen dann schon, was da so läuft und wie es auch veranstaltungsmäßig laufen kann.
01:02:22: Und das nehmen sie dann schon mit heim- und versuchen es im Jahr drauf umzusitzen.
01:02:28: Und zwar ohne dass ich da jetzt großartig hinterträte muss!
01:02:32: Das pusht natürlich auch so positiv Beispiele zu sehen.
01:02:35: Wenn die dann sehen, boah krass guck mal, was die da leisten können... Ganz normale Jugendliche in Anführungszeichen.
01:02:42: Das gibt natürlich auch noch mal eine ganz neue Perspektive für die Heranwachsenden Werner, also organisatorisch, wer zahlt das eigentlich?
01:02:49: Zahlen das die Schüler selbst bzw.
01:02:50: die Eltern oder gibt es da extra Fonds und Stiftungen für?
01:02:54: Also Weltfinale, das ist natürlich immer eine größere Sponsoringaktion.
01:02:59: Da fahre man natürlich das ganze Programm an.
01:03:04: Also die Sirm-Stiftungen und so weiter, die wir in den letzten Jahren immer schon angestragt haben werden angestragt.
01:03:10: Dann seit ein paar Jahren machen wir es immer über die Eltern weil der ist immer irgendein Vater oder Mutter einer Firma wo ein bisschen Geld...
01:03:19: Ach du bist im Baden Württemberg natürlich ja klar!
01:03:25: Ja genau deswegen.
01:03:26: Baden Württembergen ist halt schwierig Weil Schworbe gäbe
01:03:34: nicht
01:03:36: so.
01:03:36: Aber wenn es doch für den eigenen Nachwuchs ist, vielleicht die eigenen Kinder dann sollte man das ja doch vielleicht annehmen.
01:03:43: Ja aber ich versuche tatsächlich die Kosten für die Kinder möglichst gering zu halten weil sonst wird die Sache nämlich eine Veranstaltung für die ich sage mal für die Reichen.
01:03:56: Also ich möchte schon Die Reisen, auch die First Tech Challenge-Wettbewerbe, die wir machen, möchte ich schon so organisieren dass da jeder mit kann.
01:04:09: Also jetzt unabhängig vom Geldbeutel.
01:04:12: Ja klar macht ja Sinn auf jeden Fall und die Kinder kommen nicht als dieselben wieder wie vor der Reise der Zustand zu dem sie aufgebrochen sind sondern ganz viel Inspiration und Wachstum und inneren Wachztum Im Gepäck,
01:04:28: ne?
01:04:29: Ja und eine Schülerin die damals das erste Mal dabei war.
01:04:33: Wir waren zwei Tage in der Niederlande auf dem Wettbewerb verteilt weil wir kein hohländisch können wird er halt englisch geredet.
01:04:42: und dann sagt sie nachher ja in den letzten halben Jahr bzw.
01:04:47: jetzt allein an dem Wochenende hat es mehr Englisch gelernt wie im letzten halbem Jahr im Unterricht.
01:04:52: Also mein Engler ist schon da recht.
01:04:56: Wahnsinn!
01:04:57: Ja, du hast dann warum bist dann auf der Veranstaltung und hörst ganz anders hin als wenn du jetzt da sonst wie Englisch im Unterricht ganz normal hörst oder so.
01:05:06: Da
01:05:07: haben wir wieder die Tätzbezug, das hat einfach auch Sinn.
01:05:11: Ja und schwierig war es.
01:05:13: ich war jetzt vor drei Wochen bei dem Team beim Lego-Weltbewerb im Elsas.
01:05:21: Der wird ranzösisch gesprochen.
01:05:23: Die waren letztes Jahr schon dabei, da hatten sie gerade ein halbes Jahr französische, die waren komplett aufgeschmissen.
01:05:30: Also ihr habt gar nichts verstanden.
01:05:32: und jetzt dieses Jahr eineinhalb Jahre Unterricht war es schon schwierig.
01:05:39: Aber ein bisschen besser geworden dann?
01:05:41: Ja also ich weiß noch als ich Schüler war Ich habe ja auch Französisch gelernt und in der elften Klasse war mir im Ausflug in Straßburg.
01:05:53: Und ich habe nichts verstanden!
01:05:56: Ich hab wirklich nichts verstand, was Sie da geredet haben.
01:06:00: Bei uns damals war allerdings auch der Fokus nicht so auf den Sprechen noch mehr so... Also französische Schreibe konnte ich, da war ich gut aber Frieden und vor allem Verstehen war ganz schwierig.
01:06:15: Ja, die Einstiegshürde bei Französisch ist deutlich höher als bei Englisch.
01:06:18: Bei Englische kann man relativ kurz nach knapper Zeit schon verstehen und hat kommunikative Kompetenzen.
01:06:23: im französischen Ist die Wartezeit bis es dann einigermaßen klappt deutlich länger.
01:06:28: wenn's dann klappt Dann geht's aber meistens besser als bei englisch.
01:06:31: aufgleich mir ja das ist ein bisschen
01:06:32: sagt der französsische Lehrer Tobias Kammer.
01:06:34: Ja richtig ich kenne das leider Ich habe da genauso mit zu kämpfen bei meinen Schülern.
01:06:39: Werner ich hätte tatsächlich noch eine Für mich so zum Abschluss eine Frage die mich noch persönlich interessiert.
01:06:46: Zu deiner Karriere gab es da jemals einen Moment, wo du kurz davor warst aufzugeben und zu kündigen?
01:06:56: Na ja nach dem Ritz-Röntlaljad, die Einstellungssituation bei uns in Bad Würdebelge noch sehr überschaubar.
01:07:06: Und sogar bei uns Physikern sind bloß zwei sofort eingestellt worden Und ich habe ja damals nur eine Krankheitsvertretung stelle gekriegt.
01:07:20: Ich war vier Jahre als Krankheits Vertreter unterwegs und dann war zwischen drin mal ein Jahr, da ist dann im September kein einziger Neuer eingestellt worden weil der hat halt auch wieder Geld gefehlt das sind die ganzen Referendare.
01:07:36: erst eben Februar zum Februar eingestellt wurde Gab es auch keine Krankheitsvertretungen?
01:07:46: Ja, trockenfassend.
01:07:47: Die Schule, ja die Schule.
01:07:49: damals war ich in Friedrichshafen an der Berufsschule.
01:07:52: Die hätten mich genommen weil die Frau hat halt Erziehungsohle gehabt nochmal.
01:07:58: Das ober-Schulabend hätte zugestimmt.
01:07:59: Ich habe nur noch einen Vertrag unterschreiben müssen aber dann gab's kein Geld.
01:08:04: und dann hab' ich so ein Programmiertjob an der Berufsaakademie in Stuttgart gehabt Und die hätten mich
01:08:14: fast
01:08:14: rumgekriegt, dass ich da Informatikstudier bei denen und eine Ausbildung oder so was mache.
01:08:25: Da war es kurz davor aber dann kam zum Halbjahr habe ich dann die nächste Krankheitsvertretungsstelle gekriegt und dann hat die Frau Hitler damals gesagt Dieses Jahr wird's noch nix mit der Feststellung, aber nächstes Jahr da kriegen sie dann eine.
01:08:45: Boah das ist so erbärmlich!
01:08:46: Ja also ganz ehrlich ich finde es immer erbäremlich dass man so mit Lehrkräften umgeht.
01:08:50: Aber ja es ist sehr gut für dich ausgegangen.
01:08:53: Einglück ne?
01:08:54: Ja ja gut und damals war es ja noch so dieser Vertrag geht bis zur Vollständigen wieder... Also bis der Kollege wieder da ist oder bis längstens Letzter Schultag vor den Sommerferien und die Ferien war dann halt immer arbeitslos.
01:09:13: Das ist so schön, es gibt es ja.
01:09:15: ich weiß nicht ob das aktuell noch kippt aber bis in die Gegenwart bis vor ein zwei Jahren war das auch Gang und Gerbe in manchen Bundesländern, dass wir auch in den Ferien dann trocken halten und das ist so widerlich.
01:09:24: Du hast Werner gesagt weil kein Geld da ist?
01:09:26: Das würde ich gerne reformulieren zu Weil kein politischer Wille da ist dieses Geld aufzubringen weil das Geld ja durchaus da ist Aber man will es einfach dich dafür ausgeben.
01:09:35: Ja
01:09:37: Ja, zum Ende hin, Werner habe ich auch noch so ein zwei Fragen auf jeden Fall und zwar haben dich noch gar nicht gefragt beispielsweise was auch für die Zuhörerinnen und Zuhöhrer interessant sein könnte einfach.
01:09:49: Gibt es so ein paar Methoden, die du ritualisiert immer wiederverwendest im Unterricht?
01:09:55: Die du weiter empfehlen könntest?
01:09:59: Also in Physik versuche ich schon gerne den Physikunterricht ein bisschen praktisch zu gestalten.
01:10:08: Das heißt, dass da auch Schülerübungen drin sind.
01:10:12: Ja und du gehst auch raus und versuchst möglichst Realitätsnähe?
01:10:15: Du vermisst euer Schulgebäude habe ich gehört und solche Dinge um bestimmte Inhalte im Mathe zu vermitteln.
01:10:21: also realitätsnahe ist ja auch extrem wichtig bei all dem methodischen Vorgehen auch.
01:10:27: Ja
01:10:27: jetzt vor ein paar Wochen war man draußen im Schulhof.
01:10:32: physikbeschleunigte Bewegung haben wir am Fahrrad gemessen und da ist tatsächlich die Digitalisierung wirklich toll, weil mit dem iPad kann man das aufnehmen wird automatisch verfolgt.
01:10:47: Und diese Messkurve wird sofort anzeigt.
01:10:51: also das ist ein Beispiel wo zum Beispiel Digitalisierung top ist.
01:10:55: ja wenn es in den Kontext in der Lernkontext einfach wunderbar reinpasst was man gerade macht
01:11:02: Genau, da ist es absolut top.
01:11:05: Wir haben mittlerweile auch genügend Gerätiv für die Schüler.
01:11:10: Da scheitert's...da ich ja in einer Innenstadt-Schule in Stuttgart bin, da scheiterns eher am Fahrrad.
01:11:18: Okay also ein einsatzbereites Fahrrad zu haben?
01:11:21: Ja das war in der Schule davor, war das nie ein Problem.
01:11:26: hier muss ich jetzt immer fragen Wer kommt denn hier regelmäßig mit Fahrrad?
01:11:30: Das sind ganz wenige.
01:11:33: Und dann, als wir das erste Mal ausprobieren wollten ist gerade der mit dem Fahrrad war an dem Tag krank.
01:11:40: Oh nein!
01:11:41: Ja gut passiert er und dann ist ja Unterricht.
01:11:44: muss man den einmal komplett umkrömpeln weil der noch krank ist und macht es beim nächsten mal?
01:11:48: oder habt ihr euch da etwas geklappt?
01:11:50: Ich bin ja mittlerweile lang genug im Geschäft drin dass ich das da so entsprechend anpassen kann.
01:11:58: Gibt es denn Werner auch noch irgendwie Methoden, wo du sagst damit kannst du besonders gut die am Anfang kennenlernen oder ja die Beziehung stärken.
01:12:07: Ich meine dass du vertrauliche Gespräche führst und Vertrauenslehrkraft bist
01:12:11: usw.,
01:12:12: ist eigentlich jetzt keine Methode an sich.
01:12:15: aber gibt's da irgendwas wo du auch sagst dann nutze ich auch immer mal Methode XY?
01:12:20: Ne da hab' ich eigentlich nix!
01:12:22: Ich kann nur sagen was ich sehr ungern mach Und zwar bin ich persönlich auch aus meiner eigenen Schülererfahrung überhaupt kein Zen von Gruppenarbeit.
01:12:33: Ah, okay!
01:12:34: Das ist so spannend, Werner ja... das fällt wirklich auf in der Arbeit mit den preistragenden des Leckkräftepreises.
01:12:41: Es gibt nicht die eine Methode oder Sozialform, dass sie sagen genau so reformartig muss es laufen sondern jeder hat ein bisschen seine anderen Favoriten und du bist eher wie würdest du das dann bei dir sagen?
01:12:54: Es sind nicht unbedingt nur Frontal, sondern...
01:12:57: Aber ich muss auch noch ergänzen.
01:12:58: Werler, du hast gesagt, dass deine Robotik-Teams aber doch drei bis fünf immer so sind?
01:13:03: Ist ja auch Gruppenarbeit oder?
01:13:05: Ja schon beziehungsweise zum Teil auch bis zu zehn in der Gruppe drin.
01:13:13: Das da schon, aber im Unterricht...
01:13:17: Im normalen Unterricht!
01:13:19: Also ja genau, ich sag mal im normalen unterricht liegt vielleicht auch daran, dass ich das als Schüler damals ... das war nicht so mein Ding.
01:13:30: Das ist ja interessant.
01:13:31: weil also wie groß sind deine Klassen im normalen Unterricht?
01:13:35: Fünfundzwanzig-dreißig kann man da...
01:13:38: unterschiedlich von zwanzig bis zum Teil über dreißig.
01:13:45: und wenn du Jetzt gerade in Mathe, ich sag mal da erleben wir ja eine Riesenheterogenität.
01:13:52: Wie wirst du dem dann her wenn dann fünf bis zehn das überhaupt nicht verstehen und zehn gelangweilt in der Ecke sitzen?
01:13:59: Weil sie das locker beherrschen?
01:14:01: also da bist du auch kein Freund von Partnerarbeit erklären es doch die Guten war den Schlechten oder so?
01:14:07: Doch das schon.
01:14:09: aber da brauche ich dann halt auch Leute die das können.
01:14:16: Es gibt ja durchaus gute, extrem gute Schüler.
01:14:20: Die können aber ihre Mitschüler nicht erklären.
01:14:22: Also die sind dann zum Teil auf einem solchen Niveau... ...die können sich mit mir auf Augehöhe unterhalten.
01:14:30: Aber
01:14:30: ich sage mal mit so einem geistigen Fußgänger wo noch Probleme bei der Grundrechnarter hat Die können sich dann nicht auf dieses Niveau runterbegeben.
01:14:45: Und so jemand kann ich da nicht nehmen, du komm' erklärt du das mal hier?
01:14:49: Ja
01:14:50: ja okay.
01:14:51: also sie können es eigentlich nicht im Fascher-Goal didaktisch irgendwie reduzieren und das noch nicht so ganz verstehen.
01:14:56: Also
01:14:57: die sind dann auf Niveaux Bundeswettbewerb Mathematik aber können sich halt mit... Elementaren und das auch noch vielleicht ein bisschen ungenau vereinfacht erkläre, da können die sich nicht runterbegeben.
01:15:13: Und dann wird es schwierig.
01:15:15: Ja ja okay spannend.
01:15:17: also wäre auch nochmal ein Lernprozess auf jeden Fall ne?
01:15:21: Als letztes, das ist doch so ein Punkt der mir sehr am Herzen liegt.
01:15:24: Und zwar du bist ja an der Königin Katharina Stiftschule also dem Gymnasium und ich habe mir immer schon die Frage stellt auch die letzten Folgen, die Tobi und ich gemeinsam gemacht haben inwiefern trägt eine Haltung einer Schule dazu bei dass eine Schule in Anführungsstrichen funktioniert oder eben nicht so gut funktioniert, wo Schüler nicht sogut hingehen und viel Druck erleben und Angst erleben als Hauptemotion.
01:15:51: Über Königin Katharina habe ich mal versucht herauszufinden wie sie als Namensgeberin eigentlich tickt und ob du glaubst dass diese Haltung von König Katerina tatsächlich bei euch in der Schule wirkt.
01:16:03: Denn König Katarina sagte ein liberaler Geist zeichnete die Schule von Anfang an von ihr aus und sie sagt, die Zöglinge und Schülerinnen und Schüler sollten sich glücklich fühlen.
01:16:17: Ein freundlicher Ton sollte herrschen um gutes Lernen zu ermöglichen.
01:16:23: Ist das spürbar als Grundhaltung bei euch an der Schule?
01:16:26: Ähm ... ja!
01:16:29: wird auch bestätigt von Leuten, die jetzt so von außen kommen.
01:16:36: Bei uns sind ja öfters Fortbildungen bei uns im Gebäude beziehungsweise wenn die Fachleiter kommen und um die Referentare für die Prüfung zu besuchen da kommt dann immer wieder eure Schüler sind aber höflich.
01:16:53: Ja das hat sich natürlich.
01:16:56: Über die letzten Jahre wird es natürlich von Generation zu Generation weitergeben.
01:17:03: Man merkt das schon, auch wenn man an einer anderen Schule ist dass die Schüler dann da schon anders drauf sind.
01:17:10: Das ist wirklich interessant!
01:17:12: Du würdest schon sagen, dass einfach ein Ruf bei euch da ist wo auch jeder der jetzt neu an eure Schule kommt bewusst oder unterbewusst eine ähnliche Haltung einnimmt, wie das Gesamtkollegium irgendwie was die Schule dann auch repräsentiert.
01:17:27: Ja natürlich schafft es nicht jeder und jede, das ist ja ganz klar aber so.
01:17:34: die überwiegende Mehrheit die verhält sich dann schon entsprechend von Königin Katharina.
01:17:44: Der Geist einer Schule fährt erstens auf die Lehrkräfte Ja.
01:17:49: Und ihr habt ja auch, glaube ich sehr viel mit Hochbegabung bei euch implementiert.
01:17:57: Dieser AG ist gut jetzt auch ein bisschen weniger werden und wo man dann in dem Sinne auch noch mal merkt wieso der Geist dort auch noch irgendwo einzughält in den Dingen die neben dem Unterricht laufen?
01:18:10: Ja.
01:18:11: Sehr schön!
01:18:12: Werner... Wir haben so ausführlich gesprochen und ich glaube, Tobi ist es auch in deinem Sinne.
01:18:17: Wir bedanken uns ganz herzlich bei dir für all deinen Inputs und die wertvollen Dinge, die du uns und den Hörern mitgegeben hast!
01:18:28: Ich muss an der Stelle auch ganz klar nochmal darauf verweisen dass beim SWR die Interviews wenn man dich jetzt mal googelt, wenn man nach Videos von dir schaut absolut sehenswert sind.
01:18:38: da werden noch viele viele tolle Dinge mitgeteilt unter anderem Warum du Klausuren in absoluter Rekordzeit korrigierst?
01:18:46: Eins, zwei Tagen.
01:18:47: Aber ich glaube da lohnt es sich jetzt wirklich nicht mehr hier drüber zu sprechen sondern darauf zu verweisen.
01:18:52: wir werden die Interviews verlinken im Anhang Ja und damit leiten wir das Ende ein.
01:19:00: Tobi fällt dir noch was ein?
01:19:01: möchtest Du mich abschieben?
01:19:02: Ich
01:19:02: habe Werner ich habe dich wahrgenommen als jemanden der seinen Job liebt, weil er die Arbeit mit Jugendlichen liebt.
01:19:10: Du bist kein Freund großer Reden und stehst nicht gerne im Mittelpunkt des Geschehens und vielleicht schaffst du gerade deshalb Räume in dem Jugendliche sich gesehen und wahrgenommen fühlen und wachsen
01:19:20: können.
01:19:21: Schule ist für dich nicht mehr nur Unterricht sondern ein Lebensraum indem man sich miteinander entdecken kann und auch Fehler machen darf und authentisch damit umgeht.
01:19:32: Werner ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir alles Gute!
01:19:36: Vielen Dank.
01:19:37: Stimm
01:19:37: mich zu hundert Prozent zu.
01:19:39: Werner, für dich alles alles Gute für deine weiteren Jahre?
01:19:42: Wie viele Jahre bist du noch dabei eigentlich?
01:19:45: Wenn ich es richtig gezählt habe, noch zehn Jahre.
01:19:47: Und Lust zu verlängern eventuell oder müssen wir in zehn Jahren nochmal sprechen?
01:19:51: Werner hat so gesäuft beim Aussprechen, wenn nicht auch gar nicht durch das Gehalten soll er...
01:19:57: Nein!
01:19:57: Ich glaube, ich werde ihn nicht verlängeren also stand jetzt glaub ich eher nicht.
01:20:03: Na ja, wir sprechen uns dann vielleicht noch mal wieder wenn es so weit ist.
01:20:05: So richtig vorstellen kann man sich's bei dir noch gar nicht dass du dann irgendwann aufhörst.
01:20:10: Nochmals herzlichen Dank Werner!
01:20:12: Dir noch schöne Osterferien
01:20:14: in den Osterfären.
01:20:16: auch und von Herzen alles Gute Ja?
01:20:19: Und damit auch den Zuhörerinnen und Zuhöhrern Danke fürs zuhören und bis ganz
01:20:23: bald machts
01:20:24: gut Tau.
01:20:25: eine Produktion von leerenlieben.de.
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